Am 25. Juni 2024 reichte eine Gruppe von 17 Klägern – darunter 14 Privatpersonen und drei kleine PC-Händler wie Troy’s Computers und My Florida PC – eine Klage gegen die drei größten DRAM-Hersteller der Welt ein. Der Vorwurf: Illegale Preisabsprachen zur künstlichen Verknappung des Angebots und damit einhergehende exorbitante Preisanstiege. Die Klage, eingereicht beim U.S. District Court for the Northern District of California unter dem Aktenzeichen Garciaguirre v. Samsung Electronics und zugeordnet zu Richter Noel Wise, stützt sich auf den Sherman Act, Abschnitt 1. Die drei Unternehmen kontrollieren gemeinsam etwa 90 % des globalen DRAM-Marktes.
Die Strategie: HBM als Deckmantel für DDR-Kürzungen?
Die Kläger argumentieren, dass Samsung, SK hynix und Micron ihre Fokussierung auf High-Bandwidth Memory (HBM) – eine spezielle DRAM-Technologie, die vor allem in KI-Beschleunigern eingesetzt wird – gezielt nutzten, um die Produktion älterer DDR3- und DDR4-Module zu reduzieren. Diese älteren Speichermodule sind zwar weniger leistungsfähig, aber weit verbreitet in Consumer-Geräten wie Laptops, Smartphones und Servern. Durch die gezielte Drosselung der Fertigung dieser Standard-DRAM-Chips sei der Marktpreis um rund 700 % in den letzten vier Jahren gestiegen, so die Anklage.
Ein zentrales Problem für die Kläger: Der Aufbau einer neuen DRAM-Fabrik erfordert Investitionen in Milliardenhöhe und dauert mehrere Jahre. Da keine neuen Marktteilnehmer kurzfristig in der Lage seien, die Lücke zu füllen, hätten die etablierten Hersteller freie Hand gehabt, die Produktion zu reduzieren, ohne Konkurrenz fürchten zu müssen. Die Kläger verweisen auf aktuelle Preiserhöhungen bei Apple-Produkten – etwa bei iPads und Macs – als Beispiel für die direkten Folgen der DRAM-Verknappung.
Vorangegangene Klagen scheiterten – diesmal könnte es anders laufen
Interessanterweise ist dies nicht der erste Versuch, die drei DRAM-Hersteller wegen Preisabsprachen zu belangen. Bereits 2018 reichte die Anwaltskanzlei Hagens Berman eine ähnliche Sammelklage ein, die jedoch 2020 vom Bezirksgericht abgewiesen wurde. 2022 bestätigte der Ninth Circuit diese Entscheidung und begründete dies damit, dass das Verhalten der Unternehmen eher auf ein legales, paralleles Marktverhalten als auf eine illegale Absprache hindeute. Die Kläger hatten damals acht „Plus-Faktoren“ angeführt, die jedoch nicht ausreichten, um den Tatbestand des Sherman Act zu erfüllen.
Die neue Klage setzt nun auf ein anderes Argument: Die gezielte Umstellung auf HBM als angebliche „Tarnung“ für die Produktionskürzungen bei DDR3 und DDR4. Die Kläger sehen darin einen klaren Hinweis auf eine koordinierte Strategie, die über einfache Marktmechanismen hinausgeht. Ob dieses Argument vor Gericht Bestand haben wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Reaktionen der Hersteller: Unabhängiges Handeln betont
Die angeklagten Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück und betonen, dass ihre Entscheidungen unabhängig voneinander getroffen wurden. In öffentlichen Stellungnahmen erklärten sie, dass die Verlagerung der Kapazitäten auf HBM eine natürliche Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach Hochleistungs-Speicherlösungen sei, insbesondere im KI-Bereich. Gleichzeitig warnten Führungskräfte jedoch davor, dass die DRAM-Knappheit noch Jahre anhalten könnte. So prognostizierte der Vorsitzende von SK Group, dass die Lieferengpässe bis mindestens 2030 anhalten könnten.
Finanzexperten wie die Investmentbank Jefferies teilen diese Einschätzung. Sie erwarten, dass die DRAM-Preise im dritten Quartal 2024 um weitere 40 % bis 50 % steigen werden, gefolgt von einem Anstieg um 30 % bis 40 % im vierten Quartal. Eine spürbare Entlastung des Marktes sei frühestens ab 2028 zu erwarten.
Was kommt als Nächstes?
Die Klage steht noch am Anfang. Die angeklagten Unternehmen haben sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert, und es bleibt abzuwarten, wie das Gericht die neuen Argumente bewerten wird. Sollte die Klage Erfolg haben, könnte dies nicht nur zu einer Rückerstattung der überhöhten Preise führen, sondern auch die Marktstrukturen im DRAM-Sektor grundlegend verändern. Für Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen bleibt die Situation angespannt – die Suche nach bezahlbaren Speicherlösungen wird in den kommenden Jahren eine der größten Herausforderungen bleiben.
KI-Zusammenfassung
Samsung, SK hynix ve Micron, DRAM fiyatlarını yapay olarak yükseltmekle suçlanıyor. ABD’de açılan dava, HBM üretimine odaklanmanın ardındaki gizli anlaşmayı sorguluyor.



