Die USA versuchen mit Sanktionen, den technologischen Fortschritt Chinas und Russlands zu bremsen – doch der Effekt könnte genau das Gegenteil bewirken. Während Washington zwischen strengen Regeln und überraschenden Lockerungen schwankt, nutzt Peking die entstandenen Lücken gezielt aus und stärkt so seine eigene Chipindustrie. Gleichzeitig sucht Moskau nach Alternativen, um seine technologische Isolation zu durchbrechen.
Russlands KI-Modelle suchen chinesische Chips – doch die Lieferung ist unsicher
Russlands größtes Kreditinstitut Sberbank steht vor einem Dilemma: Ohne Zugang zu westlichen Hochleistungsprozessoren für sein KI-Modell GigaChat bleibt nur ein Ausweg – die Abhängigkeit von chinesischen Halbleitern. Besonders im Fokus steht dabei die Ascend-950-Chipfamilie von Huawei, die aktuell als fortschrittlichste in China gilt. Allerdings wird diese bereits von anderen Tech-Giganten wie ByteDance, Alibaba und Tencent nachgefragt, die allein 5,6 Milliarden Dollar in die Produktion investiert haben.
Huawei plant, bis 2026 rund 750.000 dieser Chips herzustellen und erwartet einen Umsatz von 12 Milliarden Dollar in diesem Jahr. Doch selbst wenn Sberbank Zugang erhielte, wäre der Bezug nicht gesichert. Die hohe Nachfrage und mögliche politische Hürden könnten die Lieferung verzögern. Analysten wie Allen Maggard vom US-Thinktank C4ADS sehen darin dennoch eine logische Entwicklung: "Wirtschaftliche Beschränkungen drängen Russland zunehmend in Richtung chinesischer Rechenlösungen", erklärt er. "Russlands zivile Technologiebranche kann sich westliche Chips schlicht nicht leisten – und die Verteidigungindustrie wird langfristig ebenfalls nach günstigeren Alternativen suchen."
Russlands Eigenbau-Chips: Ein Schritt in die Abhängigkeit von China?
Nicht nur Sberbank setzt auf China – auch andere russische Akteure passen sich an. Das staatliche Unternehmen Tramplin Electronics wirbt bereits mit einem eigenen Prozessor namens Irtysh, der auf einer Architektur des chinesischen Herstellers Loongson basiert. Zudem hat Element, der größte russische Halbleiterproduzent, in dem Sberbank im Januar 41,9 % der Anteile übernahm, angekündigt, Mikrochips in China für den dortigen Automobilsektor zu fertigen.
Experten wie Maggard warnen jedoch vor einer einseitigen Abhängigkeit: "Es zeichnet sich ein deutlicher Trend ab – doch er begünstigt vor allem China", sagt er. Während Moskau versucht, eine parallele Technologie-Allianz mit Peking aufzubauen, könnte Russland am Ende zum Kunden eines noch entwickelnden Halbleitermarktes werden. Die strategische Souveränität steht dabei auf dem Spiel.
Washingtons widersprüchliche Politik – und wie Peking davon profitiert
Die westlichen Sanktionen sollten eigentlich Chinas und Russlands technologische Entwicklung bremsen. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Die US-Politik wirkt oft inkohärent und schafft stattdessen neue Handelswege. Innerhalb von nur einem Jahr hat die Trump-Administration den Export von Nvidias H200-Chip zunächst verboten, dann eine 25-prozentige Zollgebühr eingeführt und schließlich eine Lizenzregelung geschaffen, die von Experten als widersprüchlich kritisiert wird.
Ein besonders kurioser Fall ereignete sich im Januar: Nur einen Tag nach der offiziellen Freigabe der Chips für den Export in China sollen Zollbeamte angewiesen worden sein, die Lieferungen zu blockieren. Diese widersprüchlichen Maßnahmen untergraben nicht nur das Vertrauen in die US-Politik, sondern geben China auch Raum, seine eigene Chipindustrie weiter auszubauen.
Mishel Kondi von C4ADS betont, dass Pekings Streben nach technologischer Autarkie bereits lange vor den US-Sanktionen begann: "Das Projekt 'Made in China 2025' wurde bereits 2015 angekündigt – lange vor den Exportbeschränkungen." Zwar erschweren die US-Maßnahmen Chinas Zugang zu fortschrittlichen Halbleitern, doch Peking nutzt Umgehungsstrategien wie universitäre Beschaffung oder Transit über Südostasien, um die Lücken zu schließen.
Ein neues Kapitel in der globalen Chipbranche?
Die Frage bleibt: Führen die US-Sanktionen langfristig zum gewünschten Ergebnis – oder beschleunigen sie nur die Entstehung eines alternativen Technologie-Ökosystems? Eines ist sicher: China und Russland rücken näher zusammen, während der Westen an Einfluss verliert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese Entwicklung die globale Chipbranche nachhaltig verändern wird.
Eines ist jedoch bereits jetzt klar: Wer die Kontrolle über die technologische Zukunft behalten will, muss schneller und strategischer handeln als bisher.
KI-Zusammenfassung
ABD’nin yaptırımları Çin’in yerli çip üretimini hızlandırırken, Rusya da bu süreci fırsata çeviriyor. Peki, iki ülkenin yarıiletken ekosistemi nasıl birbirine bağlıyor?



