iToverDose/Technologie· 2 MAI 2026 · 16:30

Wie Delfine durch Wirbelbewegung im Wasser so schnell schwimmen

Forschende aus Japan haben mit Supercomputer-Simulationen entschlüsselt, warum Delfine trotz ihres stromlinienförmigen Körpers so effizient und blitzschnell durchs Wasser gleiten. Ihre Erkenntnisse könnten auch die Entwicklung neuer Unterwasserfahrzeuge inspirieren.

Ars Technica3 min0 Kommentare

Die Fähigkeit von Delfinen, mit atemberaubender Geschwindigkeit und Wendigkeit durch das Wasser zu gleiten, fasziniert die Wissenschaft seit Jahrzehnten. Doch erst jetzt haben japanische Forscher der Universität Osaka die physikalischen Geheimnisse hinter dieser Leistung entschlüsselt – mit Hilfe hochauflösender Supercomputer-Simulationen.

Turbulenzen als Antrieb: Die Physik hinter der Delfin-Schwimmtechnik

Ein internationales Team unter der Leitung von Professor Takaaki Shirashi analysierte mithilfe detaillierter Strömungssimulationen, wie Delfine ihre Flossen einsetzen, um Vortrieb zu erzeugen. Die Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Physical Review Fluids, zeigen: Der Schlüssel liegt in der gezielten Erzeugung und Nutzung von Wasserwirbeln.

Wenn ein Delfin seine Fluke – die horizontale Schwanzflosse – auf und ab bewegt, entsteht ein komplexes Muster aus Wirbeln unterschiedlicher Größe. Die Simulationen offenbarten dabei ein faszinierendes Phänomen:

  • Die anfängliche Bewegung der Fluke erzeugt zunächst große Wirbelringe, die den Hauptantrieb liefern.
  • Diese großen Wirbel setzen wiederum eine Kaskade kleinerer Wirbel frei.
  • Nur die großen Wirbel tragen jedoch direkt zur Vorwärtsbewegung bei; die kleineren Wirbel dissipieren ihre Energie ohne nennenswerten Beitrag zum Vortrieb.

Shirashi erklärt: „Delfine nutzen die Physik der Strömung ähnlich wie ein Schwimmer, der sich mit einem gezielten Beinschlag vorwärts bewegt – nur in einem viel größeren Maßstab und mit einer Präzision, die selbst die beste Ingenieurskunst übertrifft.“ Die Studie unterstreicht, wie die Natur bereits optimierte Lösungen für komplexe technische Herausforderungen gefunden hat.

Warum herkömmliche Modelle an ihre Grenzen stoßen

Bisherige Ansätze zur Simulation von Delfin-Bewegungen basierten oft auf vereinfachten Modellen, die die Dynamik der Wirbel nicht vollständig abbildeten. Die Supercomputer-Simulationen der Osaka-Forschenden nutzten dagegen bis zu 6.000 Rechenkerne und simulierten über mehrere Tage hinweg die Interaktion von bis zu einer Million Wasserteilchen.

Die Ergebnisse widerlegen zudem eine langjährige Annahme: Bisher glaubte man, dass die kleineren Wirbel eine unterstützende Rolle für die Gesamtbewegung spielen. Die neuen Daten zeigen jedoch, dass sie für die Vorwärtsbewegung nahezu irrelevant sind. Stattdessen konzentriert sich die Energie auf die großen, stabilen Wirbelstrukturen.

Mögliche Anwendungen für Technik und Unterwasserrobotik

Die Erkenntnisse könnten weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung von Unterwasserfahrzeugen und Robotik haben. Herkömmliche U-Boote oder Drohnen nutzen meist starre Propeller, die zwar effizient, aber weniger wendig sind als biologische Vorbilder.

Forschende arbeiten bereits an flexiblen Antriebssystemen, die die Prinzipien der Delfin-Flossen nachahmen. Ein solches System könnte:

  • die Manövrierfähigkeit von Unterwasserrobotern deutlich verbessern,
  • den Energieverbrauch in der Schifffahrt reduzieren,
  • oder sogar neue Ansätze für die Erkundung von Ozeanen und Tiefseetauchgängen ermöglichen.

Shirashi betont: „Unsere Studie zeigt, dass die Natur oft die besten Lösungen bereitstellt. Indem wir diese Prinzipien verstehen und nachahmen, können wir technische Systeme entwickeln, die nicht nur leistungsfähiger, sondern auch nachhaltiger sind.“

Ausblick: Von der Simulation zur praktischen Anwendung

Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, steht die Forschung noch am Anfang. Die nächsten Schritte umfassen:

  • die Validierung der Simulationen durch reale Experimente mit Delfinen oder biomimetischen Robotern,
  • die Entwicklung von Prototypen für flexible Antriebssysteme,
  • und die Integration dieser Technologien in kommerzielle Anwendungen.

Die Studie der Universität Osaka unterstreicht einmal mehr, wie grundlegende Forschung in der Biologie und Physik zu bahnbrechenden Innovationen führen kann. Während Delfine seit Millionen von Jahren ihre einzigartigen Schwimmtechniken perfektioniert haben, könnte ihre Entschlüsselung die Art und Weise, wie wir Unterwasserfahrzeuge konstruieren, für immer verändern.

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Effizienz in der Technik immer wichtiger werden, könnte die Natur also nicht nur Inspiration, sondern auch die Lösung für einige der drängendsten Herausforderungen bieten.

KI-Zusammenfassung

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