Ein experimenteller Vorhersagemarkt-Arbitragebot für Sportwetten zwischen den Plattformen Kalshi und Polymarket hat ein überraschendes Ergebnis geliefert: Trotz technisch funktionierender Matching-Algorithmen waren kaum nennenswerte Arbitragegewinne möglich.
Die Analyse über 24 Stunden hinweg zeigte, dass von 870 identifizierten Preisdifferenzen zwischen den beiden Plattformen 96 Prozent innerhalb von 30 Sekunden verschwanden. Selbst bei einem hochdynamischen Spiel wie dem umstrittenen VAR-Einsatz im Match Argentinien gegen Ägypten schlossen sich Preisunterschiede innerhalb von 45 Sekunden. Die gesamte Arbitrage-Spanne belief sich auf lediglich 439 US-Dollar – bei einem Gesamtumsatz von über 34 Millionen US-Dollar in den analysierten Märkten.
Ein Matching-System als wertvolleres Ergebnis
Der ursprüngliche Plan des Entwicklers bestand darin, durch schnelle Preisanpassungen zwischen Kalshi und Polymarket risikofreie Gewinne zu erzielen. Doch die Realität zeigte, dass die Märkte bereits hochgradig effizient sind. Anstatt eines profitablen Arbitragebots entstand stattdessen ein Matching-System, das kontinuierlich die Preise zwischen den Plattformen synchronisiert.
Das Ergebnis ist eine kostenlose REST-API, die den synchronisierten Datenstrom der beiden Plattformen bereitstellt. Mit 60 Anfragen pro Minute ermöglicht sie Echtzeit-Transparenz über Preisentwicklungen. Zusätzlich wurde ein MCP-Server integriert, der es KI-Agenten ermöglicht, die Daten ohne manuelle Client-Programmierung abzurufen.
Technische Umsetzung und Herausforderungen
Die Entwicklung des Matching-Algorithmus erforderte zunächst die Etablierung einer zuverlässigen Schnittstelle zwischen Kalshi und Polymarket. Da beide Plattformen keine offiziellen APIs für den direkten Datenabgleich anbieten, musste der Entwickler auf Web-Scraping und Reverse-Engineering der Benutzeroberflächen zurückgreifen.
Ein zentraler Bestandteil des Systems ist die Echtzeit-Synchronisation von Marktpreisen, die auf Basis von WebSocket-Verbindungen und regelmäßigen Abfragen der Orderbücher funktioniert. Der Algorithmus identifiziert nicht nur Preisunterschiede, sondern gleicht auch Liquiditätsengpässe ab, um falsche Arbitrage-Signale zu vermeiden.
Warum Arbitrage kaum noch möglich ist
Die Analyse der Daten zeigt zwei zentrale Gründe, warum Arbitrage zwischen Kalshi und Polymarket kaum noch lukrativ ist:
- Hohe Markteffizienz: Die Preise beider Plattformen reagieren extrem schnell auf neue Informationen. Preisunterschiede entstehen zwar, werden aber innerhalb weniger Sekunden ausgeglichen – lange bevor ein manueller oder automatisierter Handel möglich wäre.
- Geringe Volatilität in den Spreads: Selbst bei hochfrequentierten Ereignissen bleiben die Spreads zwischen den Plattformen minimal. Die Arbitrage-Spanne von 439 US-Dollar über ein gesamtes Spiel hinweg ist im Verhältnis zum Gesamtumsatz verschwindend gering.
Ausblick: Offene Fragen und zukünftige Projekte
Der Entwickler plant, den Matching-Algorithmus als Open-Source-Projekt verfügbar zu machen. Langfristig könnte das System auf weitere Marktpaare zwischen Kalshi und Polymarket ausgeweitet werden oder sogar traditionelle Sportwettenanbieter einbeziehen.
Ob sich daraus ein neues Geschäftsmodell entwickelt oder ob die Technologie vor allem der Transparenz und Marktanalyse dient, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die Effizienz moderner Vorhersagemärkte Arbitrage-Strategien zunehmend unattraktiv macht.
KI-Zusammenfassung
Tahmin piyasalarında arbitraj fırsatlarını araştıran bir geliştirici, Kalshi ve Polymarket arasında otomatik bir bot geliştirdi. Piyasaların verimliliğine dair önemli bulgular ortaya çıktı.