Die US-Justiz hat im Rahmen eines großangelegten Vorgehens gegen Internetpiraterie rund 400 Domains beschlagnahmt, die unrechtmäßig Live-Streams der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 angeboten hatten. Die Maßnahme unter dem Decknamen „Operation Offsides“ wurde vom National Intellectual Property Rights Coordination Center in Zusammenarbeit mit Homeland Security Investigations (HSI) durchgeführt. Ein entsprechender Beschluss wurde beim Eastern District of Virginia eingereicht. Damit übertrifft die aktuelle Razzia die vergleichbare Aktion während der WM 2022 in Katar um das Fünffache.
Die 2026er-WM wird gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet, was US-Behörden eine rechtlich solidere Grundlage für ihr Vorgehen bietet. Ermittler verfolgten die Infrastruktur der illegalen Streams bis zu Servern in Peru und Bulgarien zurück. Unterstützende Beschlagnahmungen erfolgten zudem in Kroatien, Rumänien, Polen und Kolumbien. Die Identifizierung der betroffenen Domains erfolgte durch die FIFA, während beIN Media Group, NBCUniversal, die Motion Picture Association’s Alliance for Creativity and Entertainment, UFC sowie Warner Bros. weitere Hinweise lieferten.
Weltweiter Zugriff auf illegale Streaming-Netzwerke
Die beschlagnahmten Domains waren Teil eines globalen Netzwerks, das gezielt Nutzer in die Irre führte, um Einnahmen durch Werbung und Abonnements zu generieren. Laut einer Analyse von Webroot aus dem Jahr 2021 enthielten 92 % der untersuchten illegalen Sport-Streaming-Seiten schädliche Inhalte. Besonders tückisch: Viele dieser Plattformen nutzten Malvertising, bei dem unsichere Werbenetzwerke als Einfallstor für Schadsoftware dienten.
Microsoft Threat Intelligence deckte nach der WM 2024 eine Malvertising-Kampagne auf, die im Dezember 2024 rund 1 Million Geräte weltweit infizierte. Die Weiterleitungen führten über mehrere Sprungserver schließlich zu Informationsdiebstahl-Tools wie Lumma und Doenerium, die auf GitHub gehostet wurden. Betroffen waren sowohl Privatnutzer als auch Unternehmenssysteme. Der Infektionsweg erforderte oft nur einen simplen Klick auf einen „Play“- oder „Unmute“-Button – ohne Download oder Passworteingabe.
Rechtliche Konsequenzen und Grenzen der Bekämpfung
Die US-Behörden betonen, dass sie als Gastgeberland der WM 2026 eine besondere Verantwortung tragen, um die Veranstaltung vor kriminellen Machenschaften zu schützen. Die Beschlagnahmung von Domains ist jedoch nur ein begrenztes Mittel im Kampf gegen Piraterie: Viele Anbieter wechseln schnell ihre Serveradressen und nutzen redundante Serverstrukturen, um weiterhin aktiv zu bleiben. Daher setzen Strafverfolgungsbehörden zunehmend darauf, die Betreiber der Streams direkt zu verfolgen – in einigen Fällen wurden bereits auch Kunden illegaler Dienste zur Rechenschaft gezogen.
Ein aktueller Präzedenzfall aus den USA zeigte, dass Internetdienstanbieter (ISPs) nicht für die Urheberrechtsverletzungen ihrer Kunden haftbar gemacht werden können. Der Oberste Gerichtshof der USA urteilte im März 2024 einstimmig, dass Cox Communications keine Verantwortung für die illegalen Aktivitäten seiner Nutzer trägt. Gleichzeitig verschärfen andere Länder wie Griechenland und Irland ihre Strafen: Ein griechisches Gericht verurteilte 2023 einen Torrent-Seiten-Betreiber zu fünf Jahren Haft, während ein irisches Gericht Revolut anwies, die Identitäten von über 300 Nutzern eines illegalen IPTV-Dienstes preiszugeben.
Was bedeutet das für Nutzer illegaler Streams?
Die Warnungen der Behörden sind eindeutig: Illegale Streaming-Plattformen bergen nicht nur rechtliche Risiken, sondern setzen Nutzer auch Cyberangriffen, Identitätsdiebstahl und finanziellen Verlusten aus. Selbst erfahrene Internetnutzer können durch scheinbar harmlose Werbebanner oder Pop-ups infiziert werden. Da die Operation Offsides weiterhin läuft, ist mit weiteren Beschlagnahmungen und Ermittlungen zu rechnen.
Für Fans der Fußball-WM 2026 lohnt es sich, auf offizielle und lizenzierte Streaming-Angebote zu setzen. Diese garantieren nicht nur ein sicheres Erlebnis, sondern unterstützen auch die Rechteinhaber und die Organisation des Turniers. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung von Sportevents wird der Kampf gegen Piraterie weiter an Bedeutung gewinnen – sowohl für Behörden als auch für die Industrie.
KI-Zusammenfassung
ABD Adalet Bakanlığı, 2026 FIFA Dünya Kupası maçlarını yasa dışı yayınlayan yaklaşık 400 internet alan adını Operation Offsides operasyonuyla kapattı. Zararlı yazılımlara karşı uyarılar ve gelecekteki adımlar hakkında detaylar.



