Riot Games hat eine lang erwartete Veränderung an seinem Anti-Cheat-System Vanguard vorgenommen: Ab sofort können Spieler die Software nicht mehr zwingend beim Systemstart laden lassen. Stattdessen steht ein bedarfsgerechter Modus zur Verfügung, der den Kernel-Treiber Vanguard.sys ausschließlich beim Start eines Riot-Spiels aktiviert und nach dem Beenden wieder deaktiviert. Diese Umstellung beendet eine Praxis, die seit 2020 für Kontroversen sorgte.
Warum Vanguard bisher immer laufen musste
Seit seiner Einführung erzwang Vanguard eine dauerhafte Laufzeit, um Sicherheitslücken zu schließen. Ohne ständige Überwachung des Treibers hätten Angreifer theoretisch Schwachstellen ausnutzen können, während das System ungeschützt blieb. Doch diese strenge Maßnahme führte zu Kritik, insbesondere wegen der erhöhten Angriffsfläche für Kernel-Exploits und der reduzierten Systemperformance. Mit dem neuen Ansatz setzt Riot nun auf eine Kombination aus moderner Hardware und Software-Mechanismen von Microsoft.
Diese Hardware und Einstellungen sind Voraussetzung
Der bedarfsgerechte Modus funktioniert nur auf Systemen, die folgende Sicherheitsfeatures unterstützen und aktiviert haben:
- Windows 11 Version 25H2 oder neuer – Diese Version führt das Runtime Driver Attestation Report ein, das eine lückenlose Überwachung aller geladenen Treiber ermöglicht.
- UEFI Secure Boot – Stellt sicher, dass nur signierte Treiber während des Bootvorgangs geladen werden.
- TPM 2.0 (Trusted Platform Module) – Ein Hardware-Chip zur sicheren Speicherung von Schlüsseln und Messwerten.
- Virtualization-Based Security (VBS) – Isoliert kritische Systemkomponenten in einer virtuellen Umgebung.
- Hypervisor-Protected Code Integrity (HVCI) – Blockiert die Ausführung nicht vertrauenswürdiger Code-Segmente.
- IOMMU (Input-Output Memory Management Unit) – Schützt vor direkten Speicherzugriffen durch unsichere Geräte.
Laut Phillip Koskinas, Leiter des Vanguard-Teams bei Riot, erfüllen bereits etwa 35 % der Spieler diese Kriterien. Allerdings nutzen nur 3 % der Nutzer Hardware, die nicht kompatibel ist. Die meisten modernen Mainboards und Laptops aus den letzten zwei Jahren kommen bereits mit diesen Features vorinstalliert, wobei der Anteil der vollständig abgesicherten Systeme monatlich um 1 bis 2 Prozentpunkte steigt.
So aktivieren Sie den On-Demand-Modus
Für Nutzer, die die Voraussetzungen erfüllen, ist die Umstellung einfach:
- Stellen Sie sicher, dass alle genannten Sicherheitsfeatures in der UEFI/BIOS-Einstellung aktiviert sind.
- Öffnen Sie die Windows-Einstellungen unter Update & Sicherheit > Windows-Sicherheit > Gerätesicherheit.
- Überprüfen Sie, ob alle Sicherheitsfeatures als „Aktiviert“ markiert sind.
- Starten Sie Vanguard neu oder aktualisieren Sie die Software über den offiziellen Client.
Falls eine Einstellung fehlt, müssen Sie diese manuell im BIOS aktivieren. Einige Parameter lassen sich nicht remote steuern, daher ist ein physischer Zugriff auf das System erforderlich. Nutzer, die keine Änderungen vornehmen möchten, können Vanguard weiterhin im klassischen Modus betreiben – Riot betont, dass niemand gezwungen wird, umzustellen.
Performance und Kompatibilität: Die Kehrseite der Medaille
Während der bedarfsgerechte Modus mehr Freiheit bietet, gibt es einige Einschränkungen:
- VBS und HVCI können die Systemleistung leicht beeinträchtigen, insbesondere bei Spielen mit hohen FPS-Anforderungen. Benchmarks zeigen einen spürbaren, wenn auch kleinen Frame-Rate-Verlust.
- Die Aktivierung von VBS schaltet automatisch die Microsoft-Treiberblockliste ein, die ältere Peripheriegeräte deaktivieren kann.
- Runtime Driver Attestation Report ist eine exklusive Funktion von Windows 11 25H2. Ältere Versionen unterstützen diesen Mechanismus nicht.
Für Nutzer, die maximale Performance priorisieren, könnte der Verzicht auf VBS und HVCI weiterhin die bessere Wahl sein. Riot betont jedoch, dass die Sicherheitslücke, die den dauerhaften Vanguard-Betrieb erzwang, durch die neuen Funktionen geschlossen wird.
Ein Schritt in Richtung mehr Nutzerkontrolle
Die Umstellung von Vanguard markiert einen Wendepunkt für Anti-Cheat-Systeme in der Gaming-Branche. Mit dem On-Demand-Modus gibt Riot Nutzern endlich die Kontrolle zurück, die viele seit Jahren gefordert haben. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen, dass es auf moderne Sicherheitsstandards setzt – eine Entwicklung, die angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Cheats und Exploits dringend notwendig ist.
Ob sich der Trend zu bedarfsgerechten Anti-Cheat-Systemen durchsetzt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Mit Windows 11 25H2 und den fortschrittlichen Hardware-Features stellt Riot eine zukunftssichere Lösung bereit, die sowohl Sicherheit als auch Nutzerfreundlichkeit in Einklang bringt.
KI-Zusammenfassung
Riot Games’in Vanguard anti-hile sistemi artık Windows açılışında otomatik yüklenmek zorunda değil. Yeni beklemeli mod hakkında bilmeniz gerekenler ve gereksinimler.



