Die USA haben einen wichtigen Verbündeten für ihre Halbleiterstrategie gewonnen: Die Niederlande sind dem US-geführten Bündnis Pax Silica beigetreten, das die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen und Fertigungskapazitäten reduzieren soll. Die Unterzeichnung erfolgte während eines Treffens in Washington, an dem der niederländische Handelsminister Sjoerd Sjoerdsma und der US-Handelsminister Howard Lutnick teilnahmen. Die Einbindung des Landes ist besonders bedeutsam, da die Niederlande mit ASML den weltweit führenden Hersteller von Lithographieanlagen für die Chipproduktion beherbergen.
Gemeinsame Ziele, aber unterschiedliche Wege
Sjoerdsma betonte in Gesprächen mit Medienvertretern, dass sowohl die USA als auch die Niederlande verhindern wollen, dass sensible Technologien in falsche Hände geraten. Diese Position wurde durch die Beschlagnahmung des niederländischen Chipherstellers Nexperia im Jahr 2025 unterstrichen, der zuvor in chinesischem Besitz war. Gleichzeitig warnte der Minister jedoch vor den möglichen Folgen des MATCH Act, eines US-Gesetzentwurfs, der die Wartung und den Service von bereits gelieferten Maschinen in Ländern wie China stark einschränken könnte. Solche Regelungen würden nicht nur die niederländische Wirtschaft treffen, sondern auch die nationale Sicherheit gefährden, so Sjoerdsma.
Pax Silica: Die „Silizium-Friedens“-Initiative im Überblick
Die Pax Silica-Initiative wurde im Dezember 2025 vom US-Außenministerium ins Leben gerufen, um die Abhängigkeit von China in den Bereichen Halbleiter, künstliche Intelligenz und seltene Erden zu verringern. Ursprünglich schlossen sich sieben Länder an, darunter Australien, Israel und Japan. Mittlerweile umfasst die Allianz 16 Nationen, darunter auch die EU-Länder Griechenland, Schweden und Finnland. Kanada und Taiwan nehmen an einigen Ausschusssitzungen teil, haben jedoch noch keine offizielle Unterzeichnung vorgenommen.
Die Niederlande waren bereits seit Dezember 2025 als „nicht unterzeichnender Partner“ in die Initiative eingebunden, doch die aktuellen Spannungen zeigen, wie fragil die Zusammenarbeit sein kann. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Frage, ob ASML weniger fortschrittliche Lithographieanlagen nach China exportieren und dort warten darf – während gleichzeitig der Zugang zu modernsten Technologien eingeschränkt wird. Diese Debatte wurde auch bei den jüngsten Gesprächen zwischen Lutnick und Sjoerdsma thematisiert.
Globale Lieferketten im Wandel: Wie sich die Halbleiterbranche neu ordnet
Die jüngsten Entwicklungen spiegeln den weltweiten Trend wider, Lieferketten aus China herauszulösen. Neben der Beschlagnahmung von Nexperia verlagert auch der taiwanesische Elektronikhersteller Pegatron Teile seiner Produktion nach Mexiko und in die USA, um die Abhängigkeit von China zu verringern. Die USA versuchen seit Jahren, den Zugang Chinas zu Hochtechnologie einzuschränken: Bereits 2019 wurden chinesische Unternehmen wie Huawei und ZTE als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft. Unter der Biden-Regierung folgten 2022 strenge Exportkontrollen, die Chinas Chipindustrie zwar schwächten, jedoch auch zu einem Anstieg des Schwarzmarkthandels führten – mit gravierenden Konsequenzen für US-Firmen.
Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Situation komplex. Während die USA auf die Eindämmung chinesischer Technologie setzen, versuchen andere Länder wie die Niederlande, ihre eigene Position zu stärken. Die Zukunft der Pax Silica wird daher nicht nur von politischen Entscheidungen abhängen, sondern auch davon, wie gut es gelingt, eine stabile und sichere Halbleiterwirtschaft außerhalb Chinas aufzubauen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Allianz ihre Ziele erreichen kann – oder ob nationale Interessen wie im Fall des MATCH Act die Zusammenarbeit weiter erschweren.
KI-Zusammenfassung
Hollanda'nın ABD liderliğindeki Pax Silica girişimine resmen katılması, yarı iletken tedarik zincirinde Çin'e olan bağımlılığı azaltma yolunda önemli bir ilerleme olarak görülüyor. ASML'in katkısıyla Avrupa, küresel çip üretiminde yeni bir döneme giriyor.



