Vor etwa 40.000 Jahren lebten in Europa und Asien die Neandertaler – eine Menschenart, deren technische Fähigkeiten noch immer Rätsel aufgeben. Eine kürzlich veröffentlichte Studie liefert nun neue Erkenntnisse: Archäologen haben experimentell nachgewiesen, dass die Neandertaler Nashornzähne als Werkzeuge einsetzten. Dieses Ergebnis wirft ein neues Licht auf die Vielfalt und Kreativität prähistorischer Handwerkskunst.
Warum Nashornzähne in archäologischen Funden auftauchen
In mehreren Ausgrabungsstätten in Europa und Asien stießen Forscher auf eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Nashornzähnen – weit mehr, als durch natürliche Ablagerungen erklärbar wäre. Da die Neandertaler eine heute ausgestorbene Nashornart jagten, lag die Vermutung nahe, dass sie die Zähne gezielt sammelten. Doch zu welchem Zweck? Eine internationale Forschergruppe unter der Leitung von Wissenschaftlern der Universität Bordeaux führte nun ein Experiment durch, um diese Frage zu klären.
Das Experiment: Nashornzähne als Werkzeug testen
Die Forscher beschafften moderne Nashornzähne – streng nach den strengen Artenschutzbestimmungen – und setzten sie gezielt als Schlagwerkzeuge ein. Dabei zeigte sich: Die robusten Zähne eigneten sich hervorragend, um damit Steinwerkzeuge herzustellen. Durch präzise Schläge konnten die Wissenschaftler scharfe Kanten an Feuerstein erzeugen, ähnlich wie mit herkömmlichen Hammersteinen.
Dabei analysierten sie auch die Mikrostruktur der bearbeiteten Nashornzähne. Die Ergebnisse bestätigten, dass sich durch die Nutzung typische Abnutzungsspuren bildeten – ein Indiz dafür, dass ähnliche Spuren in prähistorischen Funden ebenfalls auf eine Nutzung als Werkzeug hindeuten könnten.
Was diese Entdeckung für die Forschung bedeutet
Die Studie unterstreicht einmal mehr, wie vielseitig die Neandertaler in ihrer Werkzeugnutzung waren. Bisher ging man davon aus, dass sie vor allem Stein, Holz und Knochen verarbeiteten. Die Verwendung von Tierzähnen als Werkzeug erweitert das Spektrum ihrer technischen Möglichkeiten erheblich.
Die Forscher betonen, dass diese Erkenntnis nur durch experimentelle Archäologie möglich wurde. Durch das Nachahmen prähistorischer Techniken lassen sich Rückschlüsse auf den Alltag früher Menschen ziehen – selbst wenn direkte Beweise wie bearbeitete Zähne selten sind.
Ein Blick in die Zukunft der experimentellen Archäologie
Solche Experimente zeigen, dass selbst scheinbar unbedeutende Funde wie Nashornzähne wertvolle Hinweise liefern können. In Zukunft könnten weitere Untersuchungen klären, ob auch andere Tierarten oder Materialien von den Neandertalern als Werkzeuge genutzt wurden. Jede Erkenntnis trägt dazu bei, das Bild dieser faszinierenden Menschenart zu vervollständigen.
Für Archäologen und Paläontologen bleibt die experimentelle Methode damit ein unverzichtbares Werkzeug – auch wenn sie manchmal ungewöhnliche Materialien wie Nashornzähne in den Fokus rückt.
KI-Zusammenfassung
Neandertallerin gergedan dişlerini alet olarak kullandıklarını gösteren yeni bir çalışma. Arkeologlar, deneysel arkeoloji yöntemiyle Neandertallerin nasıl yaşadığını öğrenmeye çalışıyorlar.