iToverDose/Startups· 2 JUNI 2026 · 20:02

Microsoft IQ und Rayfin: So will Microsoft KI-Agenten vor Datensilos schützen

Unternehmen kämpfen mit unkontrolliert wachsenden KI-Agenten, die isolierte Datensilos schaffen. Microsoft präsentiert auf der Build 2026 mit Microsoft IQ und Rayfin eine Lösung, die Kontext und Anwendungen zentralisiert – und so die Grundlage für vertrauenswürdige KI schafft.

VentureBeat3 min0 Kommentare

Die Einführung von KI-Agenten in Unternehmen verspricht Effizienzsteigerungen, doch ein zentrales Problem bleibt oft ungelöst: Jeder neue Agent startet ohne Wissen über bestehende Prozesse, Datenquellen oder Unternehmensregeln. Die Folge? Immer mehr Datensilos entstehen, die eine einheitliche Steuerung und Nutzung von KI verhindern. Microsoft adressiert dieses Problem auf der Build 2026 mit zwei neuen Lösungen: Microsoft IQ und Rayfin.

Warum KI-Agenten ohne gemeinsame Kontexte scheitern

Laut dem VB Pulse Q1 2026 RAG Infrastructure Market Tracker von VentureBeat hat sich der Anteil hybrider Retrieval-Strategien in Unternehmen mit über 100 Mitarbeitenden von 10,3 % im Januar auf 33,3 % im März 2026 verdreifacht. Doch trotz erweiterter Abrufmechanismen bleibt ein entscheidender Faktor unberücksichtigt: der gemeinsame Geschäftskontext. Retrieval-Systeme liefern zwar relevante Daten, doch sie erklären nicht, wie ein Unternehmen funktioniert, welche Regeln gelten oder wie Prozesse ablaufen.

Amir Netz, CTO von Microsoft Fabric, vergleicht die Situation mit der grünen Matrix-Szene aus dem Film The Matrix. Diese Ebene sei nicht nur Kulisse, sondern die Grundlage für die gesamte virtuelle Welt – ähnlich wie Daten die Realität für KI-Agenten definieren.

"Unsere Aufgabe ist es, eine Datenrealität für Agenten zu schaffen, auf der sie operieren können", erklärt Netz gegenüber VentureBeat.

Microsoft IQ: Vier Kontextquellen für eine einzige KI-Grundlage

Mit Microsoft IQ führt Microsoft eine einheitliche Plattform ein, die vier bisher separate Kontextquellen vereint. Entwickler können so einen neuen Agenten mit nur einem Integrationsschritt an alle vier Quellen anbinden:

  • Work IQ: Erfasst tägliche Arbeitsabläufe, indem es E-Mails, Dokumente, Meetings und Kalender analysiert. Agenten erhalten dadurch ein Verständnis für Teams, Verantwortlichkeiten und Prozesse.
  • Foundry IQ: Verwaltet institutionelles Wissen, indem es interne Wissensdatenbanken strukturiert und indiziert. Agenten verstehen so interne Richtlinien, Verfahren und bewährte Methoden.
  • Fabric IQ: Modelliert den aktuellen Geschäftsbetrieb in Echtzeit, indem es Daten aus Microsoft Fabric Real-Time Intelligence nutzt. Ontologien, die diese operative Kontextschicht abbilden, sollen in den kommenden Monaten allgemein verfügbar werden.
  • Web IQ: Fügt Echtzeit-Informationen aus dem Internet hinzu, um Agenten mit externem Kontext zu versorgen – parallel zu den internen Unternehmensdaten.

"Agenten werden zu hochinformierten virtuellen Mitarbeitenden werden", prognostiziert Netz. "Das ist die Richtung, in die sich die Welt bewegt."

Rayfin: Governance für agentenbasierte Anwendungen

Doch Kontext allein reicht nicht aus. Ein zweites Problem entsteht, wenn Agenten eigenständig Anwendungen entwickeln: Jede neue App benötigt eine Backend-Infrastruktur. Ohne zentrale Steuerung entstehen dabei zusätzliche Datensilos, die außerhalb der bestehenden Kontextschicht liegen.

Hier setzt Rayfin an – ein neues Open-Source-SDK und CLI, das agentenbasierte Anwendungen direkt in Microsoft Fabric integriert. Die zentrale Plattform stellt sicher, dass

  • Anwendungsdaten standardmäßig in Microsoft OneLake gespeichert werden,
  • der gesamte Datenfluss in die Microsoft-IQ-Kontextschicht zurückfließt,
  • Governance- und Compliance-Richtlinien einheitlich gelten.

Microsoft positioniert Rayfin als Alternative zu Postgres-kompatiblen Backends wie Supabase oder Neon, die häufig von agentischen Entwicklungstools genutzt werden. Der entscheidende Unterschied liegt in der zentralen Steuerung: Während traditionelle Backends isolierte Silos schaffen, integriert Rayfin Anwendungen direkt in die bestehende Datenplattform.

Netz beschreibt die Beziehung als bidirektional: Der Agent nutzt die Ontologie von Microsoft IQ, um die Anwendung zu entwickeln. Die von der Anwendung generierten Daten fließen zurück und erweitern die Ontologie für zukünftige Agenten.

Die Konkurrenz schläft nicht – doch die Umsetzung bleibt die Herausforderung

Microsoft ist nicht das einzige Unternehmen, das an einer gemeinsamen Kontextschicht für KI-Agenten arbeitet. Kurz vor der Build 2026 kündigte Snowflake semantische Funktionen an, während Pinecone mit seiner Nexus-Plattform eine Wissensmaschine entwickelt und Redis mit Iris eine neue Kontextarchitektur vorstellt.

Doch während viele Anbieter an der Infrastruktur arbeiten, bleibt die Frage nach der praktischen Umsetzbarkeit. Robert Kramer, geschäftsführender Partner bei KramerERP, betont gegenüber VentureBeat:

"Fabric IQ und Rayfin sind wichtig, weil das eigentliche Problem nicht mehr in der Verfügbarkeit von Modellen liegt. Die Herausforderung besteht darin, die Umsetzung zu vereinfachen und Vertrauen in die Systeme zu stärken – oder eine weitere Schicht zu einer bereits komplexen Umgebung hinzuzufügen."

Die nächsten Monate werden zeigen, ob Microsoft mit seiner Lösung tatsächlich den Weg für eine neue Ära der Unternehmens-KI ebnet – oder ob die Komplexität der bestehenden Systeme weiterhin eine Hürde bleibt. Eines ist jedoch klar: Die Ära der isolierten KI-Agenten neigt sich dem Ende zu.

KI-Zusammenfassung

Microsoft, Build 2025'te tanıttığı Microsoft IQ ve Rayfin ile AI ajanlarını veri yalıtımından kurtarmayı hedefliyor. İşte yeni stratejinin detayları ve rakiplerden farkı.

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