Am 24. Juni 2025 verschwand mit climate.gov plötzlich eine der wichtigsten Quellen für Klimadaten der US-Regierung. Besucher wurden auf eine Seite der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) umgeleitet – begleitet von einer Begründung, die wissenschaftliche Integrität betonte. Doch hinter der offiziellen Erklärung verbarg sich ein politisch motivierter Akt: Die Schließung des Portals stand im Einklang mit einer neuen Richtlinie zur sogenannten „Goldstandard-Wissenschaft“, die bestimmte Klimaforschungsmethoden als unzureichend einstufte.
Der Schritt der damaligen Regierung löste weltweit Besorgnis aus. Denn climate.gov war über Jahrzehnte hinweg zu einem zentralen Wissensspeicher gewachsen. Forschungsergebnisse, Datensätze und Aufklärungsmaterialien, die von staatlichen Stellen und geförderten Programmen erarbeitet wurden, standen hier gebündelt zur Verfügung. Doch anstatt diese Ressourcen zu erhalten, wurden sie kurzerhand entfernt – ein Verlust für Wissenschaft, Medien und die Öffentlichkeit.
Wie Freiwillige Klimadaten vor dem Vergessen bewahrten
Doch die Mitarbeiter:innen von climate.gov gaben nicht auf. Viele von ihnen hatten über Jahre hinweg an der Plattform gearbeitet und kannten deren Wert. Gleichzeitig war klar: Die Inhalte selbst konnten nicht einfach verschwinden. Denn Bundesbehörden wie die NOAA dürfen ihre Werke ohnehin nicht urheberrechtlich schützen lassen. Diese Lücke nutzten engagierte Freiwillige aus der Klimaforschungscommunity.
Ein Team ehemaliger Administrator:innen und Freiwilliger startete ein ehrgeiziges Projekt: die Rettung aller verfügbaren Daten. Durch Backups, Archivkopien und private Speicherungen gelang es ihnen, einen Großteil des ursprünglichen Angebots zu sichern. Aus diesen Fragmenten entstand schließlich eine neue, unabhängige Plattform – climate.us.
Am 18. Februar 2026 gab das Team bekannt, dass die Wiederherstellung abgeschlossen sei. Die neue Website bietet nun den gleichen Umfang wie das ursprüngliche climate.gov: von detaillierten Klimaberichten über interaktive Datenbanken bis hin zu Aufklärungsartikeln für Bürger:innen. Sämtliche Inhalte sind kostenlos und ohne politische Einflussnahme zugänglich.
Warum diese Plattform für Forschung und Gesellschaft entscheidend ist
Die Bedeutung von climate.us lässt sich an zwei zentralen Aspekten festmachen. Erstens: Die geretteten Daten sind unverzichtbar für die Klimaforschung. Langzeitbeobachtungen von Temperaturentwicklungen, Meeresspiegelanstiegen oder Extremwetterereignissen bilden die Grundlage für wissenschaftliche Modelle und politische Entscheidungen. Ohne diese Datengrundlage fehlt der Wissenschaft eine zentrale Referenz.
Zweitens: Die Plattform steht für Transparenz und demokratischen Zugang zu Wissen. In einer Zeit, in der Klimadaten zunehmend politisiert werden, bietet climate.us eine neutrale Alternative. Bürger:innen, Journalist:innen und Entscheidungsträger:innen können sich hier auf verlässliche Informationen verlassen – unabhängig von ideologischen Debatten.
Ein Blick auf die technische Umsetzung
Die Wiederherstellung eines solchen Portals war keine einfache Aufgabe. Die Freiwilligen mussten nicht nur die Inhalte sichern, sondern auch die ursprüngliche Struktur und Benutzerfreundlichkeit nachbilden. Ein zentrales Element war dabei die Migration der Daten in ein neues System, das auch zukünftige Aktualisierungen ermöglicht.
Das Team setzte auf Open-Source-Tools und standardisierte Formate, um die Kompatibilität zu gewährleisten. So können auch externe Forscher:innen oder Institutionen die Daten weiterverwenden und analysieren. Ein Beispiel für die technische Umsetzung zeigt dieses Code-Snippet:
# Beispiel für die Datenmigration
wget --mirror --convert-links --adjust-extension --page-requisites \
--no-parent Neben der reinen Datensicherung lag ein weiterer Fokus auf der Benutzerführung. Die neue Plattform orientiert sich am ursprünglichen Design von climate.gov, um Nutzer:innen eine vertraute Umgebung zu bieten. Gleichzeitig wurden moderne Funktionen wie Suchfilter und Download-Optionen integriert.
Was kommt als Nächstes? Perspektiven für Klimainformationen
Die Wiederbelebung von climate.us markiert einen Wendepunkt in der Diskussion um den Umgang mit Klimadaten in den USA. Doch die Herausforderungen bleiben bestehen. Langfristig wird es darauf ankommen, solche Initiativen institutionell abzusichern. Denn Freiwilligenprojekte sind zwar entscheidend, aber keine dauerhafte Lösung.
Experten fordern bereits eine gesetzliche Verankerung für den freien Zugang zu staatlich finanzierter Klimaforschung. Nur so ließe sich verhindern, dass wertvolles Wissen erneut in Vergessenheit gerät. Bis dahin bleibt climate.us ein wichtiges Vorbild – und eine dringend benötigte Ressource in unsicheren Zeiten.
KI-Zusammenfassung
Trump yönetimi döneminde kapatılan Climate.gov sitesinin tüm verileri kurtarılarak climate.us adıyla yeniden yayına sunuldu. Peki bu kurtarma operasyonu nasıl gerçekleşti ve hangi içerikleri barındırıyor?