iToverDose/Technologie· 18 MAI 2026 · 16:06

Jonah Peretti erklärt den Verkauf von BuzzFeed – und seinen neuen AI-Fokus

BuzzFeed-Chef Jonah Peretti veräußert 52 Prozent seines Unternehmens für 120 Millionen Dollar an Byron Allen. Der Deal rettet den einst 1,6-Milliarden-Dollar-Konzern vor dem Kollaps – doch gleichzeitig verliert Peretti seine CEO-Rolle und wechselt in die KI-Sparte. Was bedeutet dieser radikale Wandel für die Zukunft des Medienriesen?

The Verge4 min0 Kommentare

Jonah Peretti, Mitgründer und langjähriger CEO von BuzzFeed, steht vor dem größten Umbruch seiner Unternehmensgeschichte: Nur wenige Tage vor diesem Gespräch gab er bekannt, 52 Prozent des digitalen Medienimperiums an den Unternehmer Byron Allen zu verkaufen. Mit einem Kaufpreis von 120 Millionen Dollar sichert der Deal BuzzFeed eine dringend benötigte Finanzspritze – doch der Preis ist hoch. Peretti scheidet als CEO aus und übernimmt stattdessen die Leitung der neuen BuzzFeed-AI-Division. Allen, bekannt als Medienmogul mit einem Portfolio aus Sendern und Online-Plattformen, übernimmt die Geschäftsführung und bringt frischen Wind in das angeschlagene Unternehmen.

Der Deal markiert einen entscheidenden Wendepunkt für BuzzFeed. Noch im vergangenen Quartal hatte das Unternehmen Investoren gewarnt, ohne zusätzliche Kapitalzufuhr könnte die Liquidität knapp werden. Die einstige Bewertung von 1,6 Milliarden Dollar wirkt heute wie ein Relikt aus einer anderen Ära – einer Zeit, in der virale Inhalte auf Plattformen wie Facebook hohe Werbeeinnahmen generierten. Doch diese Strategie, die BuzzFeed einst zum Symbol des digitalen Medienbooms machte, ist längst gescheitert. "Die ursprüngliche Sünde des digitalen Journalismus war es, sich in die Abhängigkeit von Algorithmen zu begeben", erklärt Peretti im Gespräch. Die Hoffnung, durch massenhaft geteilte Inhalte Werbeeinnahmen zu sichern, hat sich für BuzzFeed und viele Mitbewerber als fatal erwiesen.

Ein Rettungsanker mit Risiko: Warum der Verkauf unvermeidbar war

Die finanziellen Turbulenzen bei BuzzFeed waren kein Geheimnis. Ein sogenannter "Going Concern Statement" – eine offizielle Warnung, dass die liquiden Mittel nicht ausreichen, um die laufenden Kosten zu decken – hatte im April für Aufsehen gesorgt. Doch hinter den Kulissen liefen bereits Verhandlungen mit potenziellen Investoren. "Wir hatten zahlreiche Anfragen von Partnern und Gläubigern, die an einer Kapitalerhöhung oder strategischen Partnerschaften interessiert waren", berichtet Peretti. Doch erst der Deal mit Byron Allen bot die nötige Sicherheit, um den Betrieb fortzusetzen und gleichzeitig neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Byron Allen, dessen Imperium unter anderem The Weather Channel und mehrere US-Sender umfasst, bringt dabei mehr als nur Geld in das Unternehmen ein. Seine Expertise in der Monetarisierung von Inhalten – etwa durch Werbeverträge – ergänzt Perettis technologische Vision. "Er versteht es, Advertiser und Investoren zu überzeugen, etwas, das ich in meiner bisherigen Laufbahn nie intensiv verfolgt habe", erklärt der BuzzFeed-Gründer. Die Partnerschaft soll BuzzFeed nicht nur finanziell stabilisieren, sondern auch strategisch neu ausrichten – weg von der Abhängigkeit sozialer Medien hin zu KI-gestützten Produkten.

BuzzFeed AI: Wie Peretti die Zukunft des Medienunternehmens neu erfindet

Mit seinem Wechsel in die neu gegründete BuzzFeed-AI-Sparte setzt Peretti ein klares Zeichen: Die Zukunft des Unternehmens liegt in der künstlichen Intelligenz. Die Pressemitteilung zum Deal spricht eine klare Sprache: BuzzFeed will mit Hilfe von KI in den Wettbewerb mit YouTube eintreten. Doch was bedeutet das konkret? Peretti skizziert eine Vision, in der Algorithmen nicht nur Inhalte kuratieren, sondern komplett neue Formate generieren – etwa interaktive Spiele, personalisierte Nachrichten oder sogar eine Mischung aus Memegenerator und sozialem Netzwerk.

Eines dieser Projekte ist BFIsland, eine Plattform, die Peretti als "hybrides Experiment" beschreibt. "Stell dir eine Social-Media-App vor, die gleichzeitig ein kreatives Tool ist – Nutzer können dort nicht nur Inhalte teilen, sondern auch selbst generieren, angepasst an ihre Vorlieben", erklärt er. Die KI soll dabei nicht nur Texte oder Bilder erstellen, sondern auch Trends vorhersagen und Inhalte dynamisch anpassen.

Doch der Weg dorthin ist steinig. BuzzFeed steht vor der Herausforderung, seine Kernkompetenzen – virale Inhalte und Unterhaltungsformate – mit den neuen technologischen Möglichkeiten zu verbinden. "Wir müssen lernen, wie man KI nicht nur als Werkzeug, sondern als Partner im kreativen Prozess einsetzt", so Peretti. Gleichzeitig bleibt die Frage, ob die Nutzer tatsächlich bereit sind, sich auf eine solche Transformation einzulassen – oder ob sie weiterhin klassische Inhalte bevorzugen.

Was hätte BuzzFeed anders machen können? Perettis Selbstreflexion

Die größte Lehre aus der Krise von BuzzFeed zieht Peretti aus der falschen Annahme, dass virale Inhalte allein nachhaltige Geschäftsmodelle tragen können. "Wir haben zu lange auf das alte Modell gesetzt: Erst Reichweite aufbauen, dann monetarisieren", gibt er zu. Doch die Realität hat gezeigt, dass soziale Medien wie Facebook und TikTok die Spielregeln geändert haben.

Ein weiterer Fehler lag in der Vernachlässigung der eigenen Infrastruktur. Während BuzzFeed jahrelang auf externe Plattformen setzte, um Inhalte zu verbreiten, investierte das Unternehmen zu wenig in direkte Kundenbeziehungen. Peretti räumt ein: "Wir hätten früher erkennen müssen, dass wir unsere Daten und Nutzerdaten besser schützen und monetarisieren müssen. Stattdessen haben wir uns in die Hände der Tech-Giganten begeben."

Doch trotz aller Rückschläge bleibt Peretti optimistisch. Der Deal mit Byron Allen gibt BuzzFeed eine zweite Chance – und die Möglichkeit, sich neu zu erfinden. Ob die KI-Strategie aufgeht, bleibt offen. Doch eines ist sicher: Die Ära des reinen Viral-Media-Unternehmens ist vorbei. BuzzFeed muss sich neu erfinden – oder untergehen.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob Perettis Wette auf KI aufgeht. Eines ist jedoch klar: Die Medienlandschaft wird sich weiter verändern – und BuzzFeed wird dabei entweder eine Führungsrolle einnehmen oder zu einer weiteren Fußnote der Digitalgeschichte werden.

KI-Zusammenfassung

Jonah Peretti, BuzzFeed’in CEO’luk görevinden ayrıldığını ve şirketin yüzde 52’sini Byron Allen’a sattığını açıkladı. AI odaklı yeni strateji ve dijital medyanın geleceği hakkında tüm detaylar burada.

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