Der legendäre Chip-Architekt Jim Keller und der Pionier der DIY-Chipherstellung, Sam Zeloof, haben ihr gemeinsames Unternehmen Atomic Semi in Fab2 umbenannt und ihren Hauptsitz nach Texas verlegt. Mit dieser strategischen Neuausrichtung unterstreicht das Unternehmen seine Vision als sogenanntes "Fab fab" – eine Fabrik, die selbst Fabriken baut.
Von der Garage zur industriellen Produktion: Die Entwicklung von Fab2
Seit seiner Gründung im Jahr 2022 hat Fab2 einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen. Was ursprünglich als kleines Projekt in der Garage von Sam Zeloof begann, entwickelte sich zu einem Unternehmen, das nun drei Standorte in den USA betreibt. Die größte Produktionsstätte mit 120.000 Quadratfuß Fläche in Austin dient als Hauptsitz für Forschung und Entwicklung. Ein zweiter Standort in Lockhart, Texas, beherbergt die eigentliche "Fab fab", während die ursprüngliche Garage-Fabrik in San Francisco weiterhin als Prototypen-Labor dient.
Fab2 hat sich bewusst für Texas als neuen Standort entschieden. Nach vier Jahren in Kalifornien verlagert das Unternehmen nun seinen Fokus auf den Lone-Star-Staat – eine Region, die zunehmend zur Hochburg für Technologie- und Halbleiterinnovationen wird. Laut Tracxn beschäftigt Fab2 derzeit etwa 84 Mitarbeiter.
Eigenentwicklung vom Ventil bis zur Lithographie: Die Technologie hinter Fab2
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal von Fab2 liegt in der vollständigen Eigenentwicklung aller Komponenten. Das Unternehmen konstruiert nicht nur die Maschinen selbst, sondern auch die einzelnen Bauteile wie Pumpen, Ventile, Gasleitungen und Vakuumkammern. Diese werden anschließend zu kompletten Fertigungsanlagen zusammengesetzt – ein Prozess, der sich deutlich von traditionellen Halbleiterfabriken unterscheidet.
Ein weiteres innovatives Element ist Studio, ein browserbasiertes EDA-Tool (Electronic Design Automation) für Layout, Schaltungsdesign und Simulation. Diese Software ermöglicht eine kollaborative Entwicklung und war ursprünglich unter dem Namen Atomic Studio bekannt. Sie rundet das Portfolio von Fab2 ab und bietet Entwicklern eine integrierte Umgebung für den gesamten Designprozess.
Geschwindigkeit vs. Durchsatz: Die Grenzen des Miniaturisierungsansatzes
Während Fab2 mit seinem Konzept der schnellen Prototypenherstellung neue Maßstäbe setzt, gibt es eine zentrale Herausforderung: die Durchsatzgeschwindigkeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen EUV-Lithographie-Systemen, die ganze 300-mm-Wafer in kürzester Zeit belichten, setzt Fab2 auf Elektronenstrahllithographie. Diese Methode schreibt Muster direkt auf den Chip – ein Prozess, der zwar präzise, aber extrem langsam ist.
Ein einzelner Schritt der Mustererzeugung auf einem kleinen Chip kann länger dauern als die Belichtung eines gesamten 300-mm-Wafers in einer konventionellen Anlage. Dieser Kompromiss macht die Technologie ideal für Prototypen und Kleinserien, ist jedoch für die Massenproduktion in kommerziellen Foundries weniger geeignet. Dennoch sieht Fab2 darin einen strategischen Vorteil: Die Möglichkeit, innerhalb weniger Stunden funktionsfähige Chips zu produzieren, könnte die Innovationszyklen in der Halbleiterbranche revolutionieren.
Finanzierung und strategische Ausrichtung: Wie Fab2 die Chipbranche verändern will
Die finanzielle Basis für diesen ehrgeizigen Kurs legte Fab2 bereits 2023 mit einer Seed-Finanzierungsrunde über 15 Millionen US-Dollar. Die Runde wurde vom OpenAI Startup Fund angeführt, wobei das Unternehmen eine Bewertung von etwa 100 Millionen US-Dollar erreichte. Weitere namhafte Investoren wie Naval Ravikant, Nat Friedman und Fred Ehrsam beteiligten sich als Business Angels.
Mit diesem Kapital und der strategischen Neuausrichtung positioniert sich Fab2 als wichtiger Akteur in der Diskussion um die Zukunft der US-amerikanischen Halbleiterproduktion. Während Giganten wie Tesla und SpaceX mit Projekten wie der geplanten Terafab-Mega-Fabrik in Austin auf massive Kapazitäten setzen, verfolgt Fab2 einen diametral entgegengesetzten Ansatz: die Dezentralisierung der Chipproduktion durch zahlreiche kleine, reproduzierbare Fabriken.
Die Frage, ob die USA ihre Chipkapazitäten in Megafabriken bündeln oder auf viele kleine, flexible Einheiten verteilen sollten, wird die Branche in den kommenden Jahren beschäftigen. Fab2 bietet mit seinem Miniaturisierungsansatz eine mögliche Antwort – und könnte damit die Tür für eine neue Ära der Halbleiterinnovation öffnen.
Langfristig könnte diese Strategie nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Abhängigkeit von wenigen Großproduzenten verringern. Für Startups und Forschungseinrichtungen würde dies den Zugang zu Chip-Technologie demokratisieren – ein Ziel, das Jim Keller und sein Team mit Fab2 konsequent verfolgen.
KI-Zusammenfassung
Jim Keller’ın kurucusu olduğu Fab2, ABD’nin Teksas eyaletinde küçük ve esnek yarı iletken fabrikalarını seri üretime sokmayı hedefliyor. Yenilikçi modeliyle çip üretiminde devrim yaratmaya hazırlanıyor.



