iToverDose/Startups· 6 MAI 2026 · 16:01

Hugging Face startet App-Store für Roboter: 200+ Apps für Reachy Mini verfügbar

Hugging Face eröffnet einen offenen App-Store für seinen günstigen Roboter Reachy Mini. Über 200 Apps ermöglichen jetzt auch Laien die einfache Nutzung und Programmierung des Roboters – ganz ohne Robotik-Kenntnisse.

VentureBeat3 min0 Kommentare

Die Welt der mobilen Anwendungen ist riesig, doch bisher waren diese fast ausschließlich auf Smartphones und Tablets zugeschnitten. Mit dem neuen Reachy Mini App Store von Hugging Face ändert sich das: Der New Yorker KI-Startup bringt eine offene Plattform auf den Markt, die es Nutzern ermöglicht, einen physischen Roboter durch einfache Apps zu steuern und zu programmieren – und das mit nur wenigen Klicks.

Hugging Face, seit zehn Jahren bekannt als zentrale Anlaufstelle für hochwertige, quelloffene KI-Modelle und Anwendungen, stellt damit eine bahnbrechende Lösung für die Robotik-Community vor. Im Mittelpunkt steht der Reachy Mini, ein erschwinglicher, quelloffener Tischroboter, der bereits im Juli 2025 vorgestellt wurde. Entwickelt wurde der Roboter nach der Übernahme des französischen Robotik-Startups Pollen Robotics durch Hugging Face im April 2025.

Über 200 kostenlose Apps und einfache Programmierung für jeden

Seit heute bietet der Reachy Mini App Store bereits mehr als 200 Anwendungen, die von der Community entwickelt wurden. Nutzer des Roboters können diese Apps kostenlos herunterladen – eine Monetarisierung durch Entwickler ist derzeit nicht vorgesehen. Doch der wahre Mehrwert liegt in der einfachen Handhabung: Selbst ohne Programmierkenntnisse oder technisches Vorwissen können Nutzer innerhalb weniger Minuten funktionsfähige Anwendungen für den kleinen, stationären Roboter erstellen.

Der Reachy Mini ist mit Kamera-Augen, Lautsprecher und Mikrofon ausgestattet und eignet sich ideal für den Einsatz auf dem Schreibtisch. Über Hugging Face’s KI-Agent "ML Intern" können Nutzer eigene Anwendungen erstellen – selbst ohne tiefere Programmierkenntnisse. Clément Delangue, CEO und Mitgründer von Hugging Face, betont die Zugänglichkeit:

„Jeder kann Apps für den Reachy Mini entwickeln. Meine Erwartung ist, dass immer mehr KI-Entwickler den Roboter als Testumgebung für neue Modelle nutzen werden.“

KI als Brücke zwischen Mensch und Roboter

Ein zentrales Hindernis in der Robotik war bisher der Mangel an hochwertigen, spezifischen Trainingsdaten. Während große Sprachmodelle (LLMs) durch das Training an riesigen Code-Bibliotheken wie GitHub bereits komplexe Programmieraufgaben meistern, fehlen in der Robotik branchenspezifische Datensätze in vergleichbarem Umfang. Obwohl GitHub mit über 17.000 Robotik-Repositories die größte öffentlich zugängliche Bibliothek dieser Art beherbergt, bleibt die Datenlage für robuste KI-Anwendungen in der Hardware-Steuerung begrenzt.

Hugging Face begegnet diesem Problem mit einem agentenbasierten Toolkit, das als Vermittler zwischen Nutzer und Roboter fungiert. Anstatt sich mit komplexen Robotik-SDKs oder der Firmware des Geräts auseinandersetzen zu müssen, reicht es aus, das gewünschte Verhalten in einfacher Sprache zu beschreiben – etwa „Winken, wenn jemand ‚Guten Morgen‘ sagt“. Der KI-Agent übernimmt dann die Umsetzung: Er generiert den passenden Code, prüft die Kompatibilität mit dem Roboter und stellt die Anwendung bereit.

Die Plattform ist modellunabhängig und unterstützt eine Vielzahl führender KI-Modelle. Nutzer können entweder den eigenen ML Intern-Agent von Hugging Face verwenden oder auf externe Modelle wie GPT-5.5, Claude Opus 4.6, Kimmy 2.6, Mini Max GM5 und Deep Sig V4 Pro zurückgreifen. Für Echtzeit-Interaktionen setzen die offiziellen Sprachassistenten auf OpenAI Realtime und Gemini Live. Durch diese Abstraktionen reduziert Hugging Face den typischen Entwicklungsaufwand von Wochen auf wenige Minuten.

Reachy Mini: Der günstige Einstieg in die Robotik

Um den neuen App Store nutzen zu können, benötigen Anwender den Reachy Mini, einen preiswerten, quelloffenen Tischroboter. Mit einem Startpreis von 299 US-Dollar (plus Versand) für die tethered Version und 449 US-Dollar für die kabellose Variante mit integriertem Raspberry Pi CM4 und Wi-Fi bietet er eine erschwingliche Alternative zu High-End-Robotern wie dem Spot von Boston Dynamics, der rund 70.000 US-Dollar kostet. Selbst günstigere Alternativen aus China starten bei über 1.900 US-Dollar.

Seit seiner Einführung im Juli 2025 wurden bereits 10.000 Einheiten verkauft – allein in den letzten zwei Wochen gingen 3.000 Geräte über den Ladentisch. Hugging Face plant, innerhalb der nächsten 30 Tage weitere 1.000 Einheiten auszuliefern. Doch auch ohne eigenen Roboter können Entwickler Anwendungen für den Reachy Mini erstellen: Die Plattform bietet eine 3D-Simulation des Roboters, mit der sich Anwendungen testen lassen.

Zukunft der Robotik: Ein neuer Standard für Zugänglichkeit?

Der Reachy Mini App Store markiert einen Wendepunkt in der Robotik. Durch die Kombination aus erschwinglicher Hardware, quelloffenen Tools und einfachen Entwicklungsmöglichkeiten senkt Hugging Face die Einstiegshürden für Laien und Entwickler gleichermaßen. Die Vision des Startups: Robotik so zugänglich zu machen wie heute PCs oder Smartphones.

Mit über 200 Apps und einer wachsenden Community könnte der Reachy Mini bald zum Standardwerkzeug für Hobbyisten, Pädagogen und KI-Enthusiasten werden. Delangue ist überzeugt:

„Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Abstraktionen weiter zu verbessern und die Entwicklung noch einfacher zu gestalten. Die Zukunft der Robotik liegt in der Demokratisierung dieser Technologie.“

Ob der Reachy Mini zum neuen Standard avanciert, bleibt abzuwarten. Doch mit dem App Store hat Hugging Face einen entscheidenden Schritt getan, um Robotik aus den Laboren und Forschungszentren in die Hände der breiten Öffentlichkeit zu bringen.

KI-Zusammenfassung

Hugging Face, Reachy Mini robotu için 200+ uygulama sunan App Store’u başlattı. Artık robotik programlama, mühendislik bilgisi gerektirmeden dakikalar içinde yapılabiliyor.

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