iToverDose/Software· 16 JUNI 2026 · 16:04

Hetzner Cloud statt AWS: Wie ich mit 8 € pro Monat mehr spare

Ein Entwickler spart mit einem Hetzner-Server statt AWS über 460 Euro im Jahr. Doch welche Kompromisse brachte der Umzug mit sich? Erfahren Sie, was funktionierte und wo der Wechsel an Grenzen stieß.

DEV Community5 min0 Kommentare

Der Wechsel von Amazons Cloud-Diensten zu einem günstigen VPS kann sich finanziell lohnen – aber nicht ohne Herausforderungen. Ein Entwickler dokumentierte kürzlich, wie er sein Nebenprojekt von AWS auf einen Hetzner-Server mit ARM-Architektur migrierte und dabei monatlich über 460 Euro einsparte. Doch welche Anpassungen waren nötig, und welche Risiken nahm er in Kauf?

Ein einfacher Umstieg – aber nicht ohne Hürden

Das Projekt startete mit einer typischen AWS-Infrastruktur: Ein t3.small-Instanz für die Node.js-API, eine RDS-PostgreSQL-Datenbank vom Typ db.t3.micro, ein S3-Bucket für statische Dateien sowie CloudFront als CDN. Die monatlichen Kosten beliefen sich auf etwa 47 Euro bei rund 200 täglichen Nutzern. Nach einem Hinweis in einem Reddit-Thread untersuchte der Entwickler die Angebote von Hetzner und entschied sich für einen CAX21-Server mit vier ARM-Kernen, 8 GB RAM und 80 GB SSD – alles für knapp 5,50 Euro pro Monat.

Die Migration dauerte einen Samstagnachmittag. Der Wechsel umfasste folgende Anpassungen:

  • Die Node.js-API blieb unverändert.
  • Die PostgreSQL-Datenbank wurde direkt auf dem Server installiert.
  • Redis wurde lokal für Session-Daten eingerichtet.
  • Nginx übernahm als Reverse-Proxy die SSL-Zertifikatsverwaltung über Certbot.
  • Statische Dateien werden nun direkt über Nginx ausgeliefert.

Die größte technische Hürde stellte die Einrichtung automatisierter Backups dar. Eine Lösung fand sich schließlich durch die Kombination eines cron-Jobs mit Hetzner-API für Snapshots.

Was funktionierte – und was nicht

Nach acht Monaten Betrieb auf Hetzner zog der Entwickler eine durchweg positive Bilanz, trotz einiger notwendiger Kompromisse:

Kein automatischer Failover für die Datenbank

Auf AWS übernimmt RDS im Fehlerfall die Wiederherstellung automatisch. Bei Hetzner muss der Administrator selbst eingreifen – sollte PostgreSQL um 3 Uhr nachts abstürzen, liegt die Verantwortung beim Hosting-Nutzer. Interessanterweise kam es in acht Monaten kein einziges Mal zu einem solchen Vorfall. Dennoch bleibt dies ein potenzielles Risiko.

Kein CDN von Haus aus

Die statischen Assets werden nun aus einem einzigen Rechenzentrum in Deutschland ausgeliefert. Für Nutzer in Europa führte dies sogar zu einer beschleunigten Ladezeit im Vergleich zu CloudFront. Für US-amerikanische Nutzer stieg die Latenz jedoch um etwa 50 Millisekunden an. Eine einfache Lösung bot der kostenlose Cloudflare-Tarif, der das Problem vollständig behob.

Veränderte Deployment-Strategie

Früher kamen AWS-spezifische Tools wie eb deploy oder Push-to-Deploy-Mechanismen zum Einsatz. Jetzt übernimmt ein 12-zeiliges bash-Skript die Aufgaben: Es verbindet sich per SSH, zieht den aktuellen Stand aus dem Git-Repository, führt Migrationen aus und startet den Prozessmanager PM2 neu. Der gesamte Vorgang dauert nur acht Sekunden – und bietet zudem den Vorteil voller Transparenz über den Auslieferungsprozess.

Kostenvergleich: Wo Hetzner AWS deutlich unterbietet

Die finanziellen Vorteile von Hetzner zeigen sich nicht nur auf kleiner Skala, sondern vergrößern sich mit wachsender Infrastruktur. Ein direkter Vergleich verschiedener Konfigurationen verdeutlicht dies:

| Spezifikation | AWS (EC2) | DigitalOcean | Vultr | Hetzner | |---------------------|-----------|--------------|-------|---------| | 2 vCPU, 4 GB RAM | 30 €/Monat | 24 €/Monat | 24 €/Monat | 4,50 €/Monat | | 4 vCPU, 8 GB RAM | 61 €/Monat | 48 €/Monat | 48 €/Monat | 8,50 €/Monat | | 8 vCPU, 16 GB RAM | 122 €/Monat | 96 €/Monat | 96 €/Monat | 16 €/Monat |

Hetzner ist damit fünf- bis siebenmal günstiger als AWS – und liegt auch deutlich unter den Preisen von DigitalOcean oder Vultr. Wer die genauen Kosten für sein eigenes Projekt berechnen möchte, findet online Vergleichsrechner.

Wann lohnt sich Hetzner nicht?

Trotz der offensichtlichen Kostenvorteile ist Hetzner nicht für jedes Szenario die optimale Wahl. Folgende Situationen sprechen gegen den Wechsel:

  • Komplexe Microservices-Architektur: Wer auf mehr als 20 verwaltete AWS-Dienste wie Lambda, SQS, DynamoDB oder Step Functions angewiesen ist, profitiert von der nahtlosen Integration und Produktivität dieser Plattform.
  • Compliance-Anforderungen: Unternehmen, die Zertifizierungen wie SOC2 oder HIPAA benötigen und auf offizielle Unterstützung des Anbieters angewiesen sind, finden bei Hetzner keine passenden Lösungen.
  • Globale Präsenz: Hetzner betreibt Rechenzentren ausschließlich in Europa und den USA. Wer Nutzer in Asien-Pazifik oder Südamerika bedient, sollte auf andere Anbieter setzen.
  • Extrem volatile Lastspitzen: Automatische Skalierung wie bei AWS oder GCP ist bei Hetzner nur mit selbst implementierten Lösungen möglich. Bei plötzlichen Traffic-Spitzen von null auf 100.000 Anfragen pro Sekunde stößt das Modell an Grenzen.

Für wen eignet sich Hetzner besonders?

Der Wechsel zu Hetzner lohnt sich vor allem in diesen Fällen:

  • Vorhersehbare Workloads: Stabile, planbare Auslastung ohne unvorhergesehene Spitzen.
  • Grundkenntnisse in Linux-Administration: Wer sich mit Server-Konfiguration auskennt, ist hier gut aufgehoben.
  • Ein-Personen- oder kleine Teams: Für Solo-Gründer oder kleine Entwicklerteams kann die Ersparnis von 40 Euro pro Monat auf über 480 Euro pro Jahr entscheidend sein.
  • Performance-Pro-Werte: Hetzner bietet mit seinen ARM-Servern ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zuverlässigkeit: Gibt es Grund zur Sorge?

Nach acht Monaten Betrieb auf Hetzner verzeichnete der Entwickler keine ungeplanten Ausfallzeiten. Die Statusseiten von Hetzner zeigen eine bessere Ausfallstatistik als viele Hyperscaler. Die Rechenzentren in Nürnberg und Helsinki entsprechen Enterprise-Standards. Dennoch empfiehlt sich der Einsatz einfacher Sicherungsmaßnahmen:

  • Tägliche Snapshots (Kosten: etwa 0,01 Euro pro GB und Monat)
  • Health-Checks über UptimeRobot (kostenlos)
  • Datenbank-Backups nach Backblaze B2 (0,005 Euro pro GB)

Die Gesamtkosten für Backups belaufen sich auf etwa 1,50 Euro pro Monat – ein überschaubarer Preis für zusätzliche Sicherheit.

Die konkreten Einsparungen im Überblick

Ein direkter Vergleich der monatlichen Kosten zeigt das enorme Sparpotenzial:

| Kostenpunkt | AWS (vorher) | Hetzner (nachher) | |---------------------|--------------|-------------------| | Compute | 30 € | 5,49 € | | Datenbank | 15 € | 0 € (selbst gehostet) | | Speicher/CDN | 2 € | 0 € (Cloudflare Free) | | Gesamt | 47 € | 8 € |

Die jährliche Ersparnis beträgt 468 Euro. Für ein Nebenprojekt ist dies ein bedeutender Betrag – bei drei bis vier Projekten summiert sich die Einsparung auf 1.500 bis 2.000 Euro pro Jahr.

Ein Fazit mit Ausblick

Die Migration zu Hetzner hat sich für den Entwickler in finanzieller Hinsicht mehr als gelohnt. Die größten Herausforderungen lagen in der Übernahme von Verantwortung für typische Cloud-Funktionen wie Datenbank-Failover oder CDN-Integration. Doch mit einfachen Lösungen und etwas Erfahrung im Server-Management ließen sich alle Hürden überwinden.

Für Entwickler mit klaren Anforderungen und einem Budgetbewusstsein könnte Hetzner eine attraktive Alternative zu teuren Cloud-Anbietern darstellen. Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse genau zu analysieren und abzuwägen, welche Kompromisse man bereit ist einzugehen. Wer bereit ist, einen Teil der Verantwortung selbst zu übernehmen, kann damit nicht nur Geld sparen, sondern auch mehr Kontrolle über seine Infrastruktur gewinnen.

Die Frage bleibt: Wie gestaltet ihr eure Hosting-Strategie? Nutzt ihr bereits günstige VPS-Angebote oder setzt ihr weiterhin auf etablierte Cloud-Plattformen? Die Diskussion lohnt sich – besonders für Gründer und kleine Teams, die jeden Cent doppelt zählen müssen.

KI-Zusammenfassung

AWS faturalarından kurtulup Hetzner’a geçen geliştiricinin 8 aylık deneyimi: neler çalıştı, neler kırıldı ve 468 dolarlık yıllık tasarruf hikayesi.

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