iToverDose/Technologie· 11 MAI 2026 · 16:30

GM zahlt 12,75 Millionen Dollar: Datenskandal um Verkauf von Fahrdaten

General Motors soll Fahrerdaten an Versicherer verkauft haben. Nach einer Klage in Kalifornien steht nun ein Vergleich in Höhe von 12,75 Millionen Dollar an. Fahrer erhalten künftig mehr Kontrolle über ihre Daten.

The Verge3 min0 Kommentare

General Motors (GM) hat sich mit dem US-Bundesstaat Kalifornien auf einen Vergleich in Höhe von 12,75 Millionen Dollar geeinigt. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll sensible Fahrdaten von Kunden ohne ausreichende Transparenz an Datenhändler verkauft haben, die diese wiederum an Versicherungsgesellschaften weitergaben. Die Vereinbarung, die am Freitag eingereicht wurde, sieht vor, dass GM für die nächsten fünf Jahre keine Kundendaten mehr an Broker überträgt. Zudem müssen Kunden künftig aktiv widersprechen können, falls GM über seinen Dienst OnStar Standortdaten sammeln möchte.

Datenschutzskandal: Wie GM Fahrverhalten an Dritte verkaufte

Die Ermittlungen gegen GM wurden durch einen Bericht der New York Times aus dem Jahr 2024 ausgelöst. Darin wurde aufgedeckt, dass mehrere Automobilhersteller – darunter auch GM – detaillierte Fahrdaten wie Geschwindigkeit, starkes Bremsen oder Beschleunigungsmuster an externe Datenbroker übermittelten. Diese Datenflüsse ermöglichten es Versicherern, individuelle Tarife basierend auf dem Fahrverhalten zu berechnen. Kritiker sehen darin einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer, da viele Verbraucher nicht einmal wussten, dass ihre Daten überhaupt gesammelt und weitergegeben wurden.

Die Klage der kalifornischen Generalstaatsanwaltschaft warf GM vor, gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen zu haben. Besonders problematisch war die fehlende Einwilligung der betroffenen Kunden. Selbst wenn Nutzer den OnStar-Dienst abonniert hatten, wurde ihnen nicht klar kommuniziert, dass ihre Fahrdaten für kommerzielle Zwecke genutzt werden könnten. Die jetzt erzielte Einigung soll diese Lücken schließen und künftig mehr Transparenz schaffen.

OnStar-Dienste: Neue Regeln für Standortdaten

Ein zentraler Bestandteil der Vereinbarung ist die Einschränkung der Standortdaten-Erfassung. GM muss seinen Kunden ab sofort die Möglichkeit einräumen, die Sammlung von Standortdaten durch OnStar aktiv zu unterbinden. Bisher war dies nur bedingt möglich, was zu massiver Kritik seitens Verbraucherschützern geführt hatte. Die neuen Vorgaben gelten für alle bestehenden und zukünftigen OnStar-Nutzer in Kalifornien.

Zusätzlich verpflichtet sich GM, innerhalb der nächsten fünf Jahre keine persönlichen Fahrdaten mehr an Datenbroker zu verkaufen. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass sensible Informationen wie Bremsverhalten oder Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht mehr für risikobasierte Versicherungstarife genutzt werden können. Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass GM seine Datenschutzrichtlinien überarbeiten und Kunden klarer über die Verwendung ihrer Daten informieren muss.

Reaktionen und Konsequenzen für die Branche

Die Einigung mit Kalifornien ist ein weiterer Schritt in einer Reihe von Datenschutzverstößen, die in den letzten Jahren die Automobilbranche erschüttert haben. Bereits andere Hersteller wie Ford oder Toyota standen in der Kritik, ähnliche Praktiken angewandt zu haben. Die kalifornische Generalstaatsanwältin Rob Bonta betonte, dass Verbraucher ein Recht auf Kontrolle über ihre Daten hätten: „Wenn es um Datenschutz geht, müssen Verbraucher das Steuer in der Hand halten – nicht die Konzerne.“

Industriebeobachter gehen davon aus, dass dieser Fall Signalwirkung für andere Bundesstaaten und sogar auf internationaler Ebene haben könnte. Sollte sich die Praxis des Datenverkaufs als rechtswidrig erweisen, könnten weitere Hersteller gezwungen sein, ihre Datenerfassungspraktiken zu überdenken. Für GM bedeutet die Einigung nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch einen Imageverlust, der das Vertrauen in die Marke langfristig beeinträchtigen könnte.

Ausblick: Mehr Transparenz und Kontrolle für Autofahrer

Die nun getroffene Vereinbarung könnte einen Wendepunkt für den Umgang mit Fahrdaten in der Automobilindustrie darstellen. Kunden werden künftig nicht nur besser über die Verwendung ihrer Daten informiert, sondern erhalten auch mehr Mitspracherecht. GM und andere Hersteller stehen nun in der Pflicht, ihre Datenschutzrichtlinien zu überarbeiten und sicherzustellen, dass keine persönlichen Informationen ohne ausdrückliche Zustimmung weitergegeben werden.

Langfristig könnte dieser Fall dazu beitragen, dass Verbraucher generell kritischer mit der Weitergabe ihrer Daten umgehen und Hersteller stärker in die Pflicht genommen werden. Ob dies zu einer flächendeckenden Veränderung führt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Tage der intransparenten Datensammlung in der Automobilbranche könnten gezählt sein.

KI-Zusammenfassung

General Motors’un müşteri verilerini sigorta şirketlerine sattığı iddiasıyla açılan dava 12,75 milyon dolarlık uzlaşmayla sonuçlandı. GM beş yıl boyunca veri satışı yapmayacak ve kullanıcılara veri toplama seçenekleri sunacak.

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