iToverDose/Technologie· 29 MAI 2026 · 13:30

Forscher in Afrika gegen Ebola im Einsatz – Trump stoppt ihre Förderung

Seit 2020 kämpften US-Forscher in Afrika gegen aufkommende Infektionskrankheiten wie Ebola. Doch nach Donald Trumps Kürzungen der NIH-Mittel 2025 bleibt die lebenswichtige Arbeit vor Ort jetzt unvollendet. Die Folgen könnten verheerend sein.

Ars Technica3 min0 Kommentare

Die Demokratische Republik Kongo steht erneut vor einer schweren Ebola-Krise: In der Provinz Ituri breitet sich das Virus rasant aus, und internationale Helfer stoßen an Grenzen. Doch genau in dieser Region fehlte nun eine entscheidende Ressource – ein globales Forschungsnetzwerk, das seit Jahren hier vor Ort arbeitete. Der Grund für das plötzliche Ende? Die US-Regierung unter Donald Trump strich 2025 die Finanzierung der Einrichtung, offiziell wegen angeblicher Sicherheitsbedenken und mangelnder Relevanz für die Steuerzahler.

Ein Netzwerk mit globaler Bedeutung

2020 gründete das US-Gesundheitsministerium die Centers for Research in Emerging Infectious Diseases (CREID). Ihr Auftrag: die Erforschung von Zoonosen – Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übergehen. Dazu zählten auch Ebola und andere hämorrhagische Fieber. Das Netzwerk unterhielt zehn Standorte weltweit, darunter mehrere in Zentral- und Ostafrika, wo solche Erreger besonders häufig auftreten. Besonders im Fokus stand auch das Hantavirus, das im vergangenen Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff für Aufsehen sorgte. Über fünf Jahre hinweg flossen rund 82 Millionen US-Dollar in das Projekt, finanziert vom Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIH).

Doch im Juni 2025 kam die überraschende Anweisung: Die Förderung wurde mit sofortiger Wirkung gestoppt. Die Begründung der NIH lautete, die Arbeit sei „für Amerikaner unsicher“ und keine „gute Verwendung öffentlicher Gelder“. Gleichzeitig betonte die Behörde, die Prioritäten hätten sich geändert. Kritiker sehen darin jedoch einen strategischen Fehler mit potenziell fatalen Konsequenzen.

Warum die Kürzungen fatale Folgen haben könnten

Die Schließung des CREID-Netzwerks fällt in eine Zeit, in der Afrika besonders verwundbar für Infektionskrankheiten ist. Die Ebola-Epidemie in Ituri ist nur die jüngste Bedrohung: Erst vor wenigen Monaten warnte die Weltgesundheitsorganisation vor einem neuen Ausbruch der Marburg-Virus-Krankheit in Tansania. Experten wie die Epidemiologin Dr. Sarah Thompson von der London School of Hygiene & Tropical Medicine warnen, dass solche Entscheidungen die globale Gesundheitssicherheit gefährden. „Wenn wir jetzt keine Daten sammeln und Impfstoffe entwickeln, während Viren zirkulieren, verlieren wir wertvolle Zeit“, so Thompson. „Die Kosten dieser Kürzungen werden sich in Form von verlorenen Leben und höheren Ausgaben für spätere Notfälle zeigen.“

Ein zentrales Problem: Die CREID-Standorte dienten nicht nur der Forschung, sondern auch als Frühwarnsystem. Vor Ort geschultes Personal erkannte neue Erreger frühzeitig und leitete Gegenmaßnahmen ein. Ohne diese Infrastruktur könnten zukünftige Ausbrüche schwerer einzudämmen sein. Zudem fehlte der wissenschaftlichen Gemeinschaft eine wichtige Plattform für den Austausch über globale Bedrohungen – ein Verlust, der sich nicht kurzfristig kompensieren lässt.

Politische Motive hinter den Kürzungen

Hintergrund der NIH-Entscheidung waren laut internen Quellen auch politische Erwägungen. Seit Beginn der COVID-19-Pandemie verbreiteten sich in rechten Kreisen der USA Verschwörungstheorien über die angebliche Herkunft des Virus aus US-Laboren. Diese Narrative beeinflussten offenbar auch die Bewertung der CREID-Forschung, obwohl das Netzwerk nachweislich auf Transparenz und internationale Zusammenarbeit setzte. Ein NIH-Sprecher bestätigte gegenüber Ars Technica, dass die Prioritäten der Behörde nun stärker auf „hochriskante Biowaffenforschung“ und weniger auf die Bekämpfung natürlicher Zoonosen lägen.

Die Folgen sind bereits spürbar: Mehrere afrikanische Partnerinstitute berichteten von Rückschlägen in ihren Projekten. „Wir hatten geplant, unsere Kapazitäten für Ebola-Impfstofftests auszubauen“, erklärt Dr. Emmanuel Kone, Koordinator eines CREID-Standorts in der Demokratischen Republik Kongo. „Jetzt fehlen uns nicht nur die Mittel, sondern auch die internationale Vernetzung.“ Seine Einrichtung musste bereits mehrere Mitarbeiter entlassen und Forschungslabore schließen.

Ein Weckruf für die globale Gesundheitsforschung

Die Schließung des CREID-Netzwerks wirft grundsätzliche Fragen zur Finanzierung der Pandemieprävention auf. Während die USA Milliarden in die Entwicklung neuer Impfstoffe investieren, fehlen oft die Mittel für die Erforschung der Erreger selbst – besonders in Regionen, in denen sie entstehen. Experten wie der Virologe Prof. Martin Berg von der Universität Heidelberg fordern eine Neuausrichtung: „Die nächste Pandemie wird nicht aus einem Hochsicherheitslabor kommen, sondern aus einem Dorf in Afrika oder Asien. Wer hier spart, handelt kurzsichtig.“

Für die betroffenen Länder bedeutet das aktuelle Vakuum vor allem eines: erhöhte Abhängigkeit von externen Akteuren wie der WHO oder privaten Stiftungen. Doch deren Ressourcen sind begrenzt. Die internationale Gemeinschaft steht nun vor der Herausforderung, die Lücken zu schließen – bevor die nächste Krise unkontrollierbar wird. Die Frage ist nicht, ob eine solche Krise kommt, sondern wann.

KI-Zusammenfassung

2025’te ABD’nin 82 milyon dolarlık Ebola ve acil enfeksiyon araştırması fonunu kesmesi, Kongo’daki salgına müdahaleyi zorlaştırdı. Küresel sağlık sistemleri için riskler neler?

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