iToverDose/Software· 10 MAI 2026 · 00:04

Eigenen KI-Sprachassistenten für To-dos bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Erfahren Sie, wie Sie mit einem Waveshare 1.75-Zoll-Display, Cursor und DuckyClaw einen voll funktionsfähigen Sprachassistenten für Aufgaben erstellen – von der Einrichtung bis zur Fertigstellung.

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Die Kombination aus Sprachsteuerung und Aufgabenmanagement macht den Alltag effizienter. Ein Entwickler zeigt, wie Sie in nur acht Schritten einen eigenen KI-Sprachassistenten für To-dos konstruieren – ganz ohne tiefgehende Embedded-Erfahrung. Mit dem Waveshare-Display, dem Cursor-Editor und dem DuckyClaw-Framework entsteht ein interaktives Gerät, das auf Sprachbefehle reagiert und Aufgabenlisten verwaltet.

Warum ein selbstgebauter KI-Sprachassistent sinnvoll ist

Sprachassistenten sind längst aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch viele Nutzer wünschen sich mehr Kontrolle über die Funktionen und die Integration in bestehende Systeme. Ein selbstgebauter Assistent bietet genau diese Freiheit: Er lässt sich individuell anpassen, ist unabhängig von Cloud-Diensten und funktioniert auch offline. Das Projekt nutzt moderne Tools wie Cursor, eine KI-gestützte Entwicklungsumgebung, die den Aufbau beschleunigt. Mit DuckyClaw, einem Framework für Edge-Hardware, entfällt die komplexe Programmierung von Grund auf. Stattdessen stehen vorgefertigte Module für Sprachverarbeitung und Display-Steuerung zur Verfügung – ideal für Maker, die schnell ein funktionsfähiges Gerät bauen möchten.

Schritt 1: Repository klonen und Entwicklungsumgebung einrichten

Der erste Schritt besteht darin, die notwendige Software bereitzustellen. Dazu wird das offizielle DuckyClaw-Repository benötigt, das alle Komponenten für die Hardware-Integration enthält.

  • Öffnen Sie die Dokumentation von DuckyClaw und suchen Sie nach dem Abschnitt für das Waveshare-Entwicklungsboard.
  • Kopieren Sie die offizielle Repository-URL und klonen Sie das Projekt in Cursor. Die integrierte Git-Funktion erledigt dies mit einem Klick und installiert gleichzeitig alle Abhängigkeiten – ein großer Vorteil gegenüber manuellen Installationen, bei denen Versionen oft kollidieren.

Schritt 2: TuyaOpen-Entwicklertools in Cursor einrichten

Für die Anbindung an die Cloud-Dienste und die Hardware-API ist eine Verbindung zu TuyaOpen erforderlich. Hier kommt die Cursor-KI ins Spiel.

  • Besuchen Sie die TuyaOpen-Website und wählen Sie die Entwicklertools aus.
  • Kopieren Sie den bereitgestellten Installationsbefehl für die TuyaOpen Dev Skills und fügen Sie ihn in das Chat-Fenster von Cursor ein.
  • Die KI übernimmt die Installation und konfiguriert die Verbindung zum TuyaOpen-SDK automatisch. So wird sichergestellt, dass spätere Funktionen wie Cloud-basierte Sprachverarbeitung und Gerätesteuerung ohne weiteren Aufwand verfügbar sind.

Schritt 3: Produkt in der Tuya-Entwicklerkonsole anlegen

Bevor die Hardware mit der Cloud kommunizieren kann, muss ein neues Produkt in der Tuya-Plattform registriert werden. Dies ist entscheidend, um Zugriff auf die API und die erforderlichen Authentifizierungsdaten zu erhalten.

  • Melden Sie sich im Tuya Developer Dashboard an und erstellen Sie ein neues Produkt. Wählen Sie dabei die Kategorie KI-Agent aus – dies optimiert die spätere Integration mit DuckyClaw.
  • Notieren Sie die Produkt-ID (PID), die im Dashboard angezeigt wird. Diese identifiziert Ihr Gerät im Tuya-Ökosystem.
  • Laden Sie im Bereich Hardware-Entwicklung die UUID und den AuthKey herunter. Beide Schlüssel sind essenziell für die Authentifizierung und müssen sicher gespeichert werden. Ohne sie kann das Gerät nicht mit der Cloud kommunizieren.

Schritt 4: Firmware kompilieren und auf das Display flashen

Mit den vorbereiteten Credentials kann nun die Firmware für das Waveshare-Display erstellt und auf das Gerät übertragen werden. Cursor vereinfacht diesen Prozess erheblich.

  • Verwenden Sie in Cursor folgenden Befehl, um die Firmware zu generieren und zu flashen:
Erstelle und flashe die DuckyClaw-Firmware für das Waveshare 1.75-Zoll-Display. Verwende dabei die PID, UUID und den AuthKey, die ich aus der Tuya-Entwicklerkonsole erhalten habe.
  • Cursor erkennt das verbundene Waveshare-Board automatisch, kompiliert die Firmware mit den angegebenen Daten und überträgt sie. Der gesamte Vorgang dauert etwa 30 bis 60 Sekunden. Wichtig: Trennen Sie das Board während des Flashens nicht vom Computer.

Schritt 5: Gerät in der Smart-Life-App einrichten

Nach dem Flashen muss das Gerät noch mit der Tuya-Cloud synchronisiert werden, damit es über die Smart-Life-App gesteuert werden kann.

  • Installieren Sie die Smart-Life-App auf Ihrem Smartphone und melden Sie sich an.
  • Wählen Sie in der App die Option Gerät hinzufügen und folgen Sie dem Wi-Fi-Provisionierungsprozess. Stellen Sie sicher, dass sich Ihr Smartphone und das Waveshare-Board im selben Netzwerk befinden.
  • Nach der erfolgreichen Kopplung ist das Gerät betriebsbereit und kann über die Cloud mit DuckyClaw kommunizieren.

Schritt 6: To-do-Funktion integrieren und anpassen

Der Kern des Projekts ist die Aufgabenverwaltung. Mit Cursor lässt sich die gewünschte Funktionalität per KI-generiertem Code hinzufügen.

  • Nutzen Sie folgenden Prompt in Cursor, um die To-do-Funktion zu implementieren:
Erstelle ein To-do-System für DuckyClaw und das Waveshare 1.75-Zoll-Display mit folgenden Anforderungen:
- Wischen nach links für die To-do-Liste, Wischen nach rechts für geplante Aufgaben
- UI-Design angelehnt an Apple Reminders
- Flüssiges Scrolling mit der Komponente lv_example_scroll_6
- Anbindung an die CRON-Skill für Zeitsteuerung und die Heartbeat-Skill für Erinnerungen
  • Cursor generiert den Code automatisch und integriert ihn in das bestehende Projekt. Prüfen Sie kurz die Anpassungen für die Display-Größe und nehmen Sie bei Bedarf Korrekturen an der Benutzeroberfläche vor.

Schritt 7: Firmware erneut flashen und Funktion testen

Nach der Integration der To-do-Funktion muss die aktualisierte Firmware erneut auf das Board übertragen werden.

  • Verwenden Sie denselben Cursor-Befehl wie in Schritt 4, um die neue Version zu flashen.
  • Testen Sie direkt nach dem Flashen die Benutzeroberfläche. Achten Sie auf korrekte Darstellung und reibungsloses Scrolling. Eventuelle Anpassungen können Sie noch vornehmen, bevor das Gerät endgültig in Betrieb genommen wird.

Schritt 8: Umfassende Funktionsprüfung durchführen

Bevor das Gerät im Alltag genutzt wird, sollten alle Kernfunktionen getestet werden, um Stabilität und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

  • Sprachsteuerung: Testen Sie die Sprachverarbeitung (ASR) des DuckyClaw-Moduls. Sprechen Sie Befehle wie "Füge neue Aufgabe hinzu: Meeting um 14 Uhr" und prüfen Sie, ob die Eingabe korrekt erkannt und verarbeitet wird.
  • Aufgabenverwaltung: Fügen Sie Aufgaben hinzu, bearbeiten oder markieren Sie diese als erledigt. Überprüfen Sie, ob die Navigation zwischen den Listen flüssig funktioniert.
  • Zeitgesteuerte Erinnerungen: Richten Sie eine Test-Erinnerung ein und vergewissern Sie sich, dass die CRON-Skill die Benachrichtigung zur richtigen Zeit auslöst – sowohl auf dem Display als auch über einen angeschlossenen Lautsprecher.
  • Display-Leistung: Achten Sie auf mögliche Grafikfehler oder Verzögerungen beim Scrolling. Bei Problemen hilft ein Blick in die Cursor-Protokolle oder die Tuya-Entwicklerkonsole.

Wichtige Erkenntnisse und Tipps für Entwickler

Dieses Projekt zeigt, wie moderne KI-Tools und Open-Source-Frameworks die Entwicklung von Hardware-Prototypen vereinfachen können. Einige zentrale Erfahrungen aus der Umsetzung:

  • Vorgefertigte Module nutzen: DuckyClaw bietet bereits integrierte Treiber für Displays und Sprachverarbeitung. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch die Fehleranfälligkeit im Vergleich zu einer Eigenentwicklung.
  • Code-Prüfungen nicht vernachlässigen: Obwohl Cursor den Code automatisch generiert, sollte dieser stets auf Kompatibilität mit dem DuckyClaw-Skill-System überprüft werden. Besonders die Anpassungen für die Display-Größe sind kritisch.
  • Sicherheit der Credentials: Speichern Sie PID, UUID und AuthKey niemals in öffentlichen Repositorys. Nutzen Sie stattdessen die Konfigurationsdateien von DuckyClaw, um die Daten sicher zu hinterlegen.
  • Erweiterbarkeit planen: Das Projekt lässt sich leicht um zusätzliche Funktionen erweitern, etwa die Steuerung von Smart-Home-Geräten oder Text-to-Speech (TTS) für Sprachausgaben. DuckyClaw unterstützt modulare Skills, die sich einfach integrieren lassen.

Der selbstgebaute KI-Sprachassistent für To-dos ist mehr als nur ein technisches Experiment – er ist ein praktisches Werkzeug, das sich individuell anpassen lässt. Mit den richtigen Tools und etwas Geduld entsteht so ein Gerät, das den Alltag effizienter macht und gleichzeitig Spaß am Tüfteln bietet. Wer das Projekt nachbaut, sollte die Community einbeziehen, um Ideen auszutauschen und mögliche Erweiterungen zu diskutieren.

KI-Zusammenfassung

Step-by-step guide to creating a voice-controlled to-do assistant using a Waveshare 1.75" display, Cursor IDE, and DuckyClaw framework. No advanced embedded skills needed.

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