iToverDose/Software· 11 MAI 2026 · 20:07

BTT Pad 7 oder Creality Sonic Pad 2026: Welches Klipper-Touchscreen lohnt sich?

Die Wahl zwischen BTT Pad 7 und Creality Sonic Pad 2026 entscheidet sich nicht am Display, sondern an der Firmware. Open-Source oder geschlossen? Plugin-Unterstützung oder eingeschränkte Funktionen? Hier der detaillierte Vergleich für 3D-Druck-Enthusiasten.

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Fünf Jahre lang dominierte der Creality Sonic Pad den Markt der Klipper-Touchscreens. Doch 2026 präsentiert BigTreeTech mit dem Pad 7 eine Alternative, die nicht nur günstiger ist, sondern auch offene Software und grenzenlose Erweiterbarkeit bietet. Wer profitiert wirklich von welcher Lösung?

Seit der Einführung des Creality Sonic Pad galt das 7-Zoll-Touchdisplay als Standard für Klipper-Nutzer. Doch der BTT Pad 7 stellt das Konzept auf den Kopf: Statt einer geschlossenen Firmware setzt BigTreeTech auf volle Open-Source-Integration – inklusive SSH-Zugriff und Plugin-Unterstützung. Doch lohnt sich der Wechsel? Und für wen eignet sich welches Gerät wirklich?

Offene vs. geschlossene Firmware: Ein entscheidender Unterschied

Die größte technische Differenz zwischen den beiden Geräten liegt in der Firmware-Architektur. Der BTT Pad 7 nutzt eine vollständige KlipperScreen-Installation auf Armbian Linux, die volle Systemkontrolle ermöglicht. Nutzer können per SSH auf das Gerät zugreifen, beliebige Pakete installieren und eigene Konfigurationen vornehmen. Selbst Drittanbieter-Plugins wie KAMP zur adaptiven Mesh-Nivellierung, Shake&Tune für Resonanzanalyse oder Obico zur KI-basierten Fehlererkennung funktionieren problemlos.

Der Creality Sonic Pad setzt dagegen auf eine proprietäre Klipper-Fork, die bewusst Einschränkungen enthält:

  • Kein SSH-Zugriff
  • Keine Plugin-Installation möglich
  • Konfiguration nur über die begrenzte Benutzeroberfläche
  • Deutliche Verzögerung bei Updates (bis zu sechs Monate hinter dem offiziellen Klipper-Release)

Für Bastler und Tüftler ist diese Einschränkung ein klarer Nachteil. Wer maximale Flexibilität sucht, sollte zum Pad 7 greifen – selbst wenn die Einrichtung etwas mehr Aufwand erfordert.

Aktualisierungsgeschwindigkeit: Wer bringt die neuesten Klipper-Features zuerst?

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Update-Politik der Hersteller. Während der BTT Pad 7 innerhalb weniger Tage nach Veröffentlichung neuer Klipper-Versionen aktualisiert werden kann, hinkt der Sonic Pad regelmäßig hinterher:

  • BTT Pad 7: Direkte Integration neuer Klipper-Features (z. B. verbesserte Input-Shaper oder Kinematik-Optimierungen) innerhalb von Tagen.
  • Creality Sonic Pad: Verzögerung von drei bis sechs Monaten durch interne Tests und proprietäre Anpassungen.

Für Nutzer, die auf die neuesten Funktionen nicht verzichten möchten, ist die Entscheidung damit klar.

Hardware: Vergleich der technischen Daten

Auf den ersten Blick wirken beide Geräte fast identisch:

| Merkmal | BTT Pad 7 | Creality Sonic Pad 2026 | |-----------------------|-------------------------------|----------------------------------| | Display | 7-Zoll IPS, kapazitiv | 7-Zoll IPS, kapazitiv | | Auflösung | ~1024x600 Pixel | ~1024x600 Pixel | | Prozessor | Allwinner H618 (Quad-Core) | Ähnlicher Allwinner-Chip | | Arbeitsspeicher | 2 GB RAM | 2 GB RAM | | Anschlüsse | HDMI, USB, Ethernet | HDMI, USB, Ethernet |

Die Hardware ist praktisch identisch, sodass die Unterschiede ausschließlich in der Software liegen. Der BTT Pad 7 könnte minimal bessere GPU-Treiber vorweisen, doch für die meisten Anwendungen ist dieser Unterschied vernachlässigbar.

Plugin-Ecosystem: Warum Erweiterbarkeit entscheidend ist

Einer der größten Vorteile des BTT Pad 7 ist die volle Kompatibilität mit dem Klipper-Plugin-Ökosystem. Nutzer profitieren von:

  • KAMP (adaptive Mesh-Nivellierung)
  • Shake&Tune (Resonanzanalyse und Optimierung)
  • Obico (KI-basierte Fehlererkennung in Echtzeit)
  • Mooncord (Benachrichtigungen via Discord)
  • Spoolman (Filamentverwaltung)
  • Klipper Backup (automatische Sicherungen)

Der Creality Sonic Pad blockiert dagegen jegliche Plugin-Installation. Alle Funktionen müssen über die begrenzte Benutzeroberfläche des Herstellers genutzt werden. Für Power-User, die auf spezielle Tools angewiesen sind, ist dies ein ernsthaftes Hindernis.

Preisvergleich: Günstiger und leistungsfähiger

Mit 149 US-Dollar (BTT Pad 7) gegenüber 199 US-Dollar (Creality Sonic Pad) ist das Pad 7 nicht nur technisch überlegen, sondern auch preislich attraktiver. Der Aufpreis des Sonic Pad von 50 US-Dollar bringt keine zusätzlichen Vorteile mit sich – im Gegenteil:

  • Geschlossene Firmware
  • Keine Plugin-Unterstützung
  • Langsamere Updates
  • Keine Systemkontrolle

Selbst Nutzer mit Creality-Druckern profitieren langfristig mehr vom Pad 7, da die initiale Einrichtung zwar etwas länger dauert, aber durch die Flexibilität der offenen Software mehr Möglichkeiten bietet.

Für wen eignet sich welches Gerät?

Für Bastler und Custom-Builds (z. B. Voron, RatRig)

Empfehlung: BTT Pad 7

Kompatibilität mit beliebigen Klipper-Installationen ist essenziell. Der Sonic Pad scheitert hier an der geschlossenen Firmware, während das Pad 7 volle Erweiterbarkeit bietet.

Für Nutzer mit Creality-Druckern (Ender 3, CR-10, K1)

Empfehlung: BTT Pad 7

Auch wenn der Sonic Pad vorinstallierte Profile für Creality-Drucker mitbringt, ist der Unterschied bei der Einrichtung mit etwa 25 Minuten minimal. Die langfristigen Vorteile des Pad 7 – offene Firmware, schnellere Updates und Plugin-Unterstützung – überwiegen deutlich.

Für Einsteiger ohne technische Ambitionen

Empfehlung: BTT Pad 7

Die Behauptung, der Sonic Pad sei einfacher einzurichten, ist ein Mythos. Die MainsailOS-Installation des Pad 7 bietet ebenfalls vorkonfigurierte Profile, die während des ersten Startvorgangs ausgewählt werden können. Der Unterschied in der Benutzerfreundlichkeit ist vernachlässigbar – die technischen Einschränkungen des Sonic Pad hingegen nicht.

Für Nutzer, die auf Plugins angewiesen sind

Empfehlung: BTT Pad 7

Wer KAMP, Shake&Tune oder Obico nutzen möchte, hat mit dem Sonic Pad keine Chance. Diese Plugins sind auf dem Pad 7 voll funktionsfähig und erweitern die Möglichkeiten des 3D-Drucks erheblich.

Bestehende Nutzer des Sonic Pad mit Upgrade-Bedarf

Empfehlung: BTT Pad 7

Wer bereits einen Sonic Pad besitzt und an dessen Einschränkungen (kein SSH, keine Plugins, langsame Updates) scheitert, sollte über ein Upgrade nachdenken. Der Verkauf des alten Geräts auf Plattformen wie r/Creality kann den Nettokosten auf 50 bis 80 US-Dollar reduzieren – ein lohnendes Investment für mehr Freiheit.

Fazit: Warum das BTT Pad 7 die bessere Wahl ist

Die Entscheidung zwischen den beiden Klipper-Touchscreens fällt letztlich zugunsten des BTT Pad 7 aus – und das aus mehreren Gründen:

  • Offene Firmware mit voller Systemkontrolle
  • Schnellere Updates direkt vom Klipper-Projekt
  • Vollständige Plugin-Unterstützung
  • Geringerer Preis bei besserer Ausstattung
  • Keine künstlichen Einschränkungen durch proprietäre Software

Der Creality Sonic Pad mag für Nutzer mit einfachen Anforderungen und Creality-Druckern zunächst verlockend erscheinen. Doch die fehlende Flexibilität und die langsame Update-Politik machen ihn auf Dauer unattraktiv. Selbst wer nur die Grundfunktionen nutzen möchte, profitiert vom Pad 7 – denn die zusätzliche Freiheit kostet kaum mehr und bietet unschätzbare Vorteile für zukünftige Projekte.

Die Zukunft des Klipper-Touchscreens gehört der offenen Lösung. Wer heute in den BTT Pad 7 investiert, ist für die nächsten Jahre bestens gerüstet – unabhängig davon, ob es um neue Plugins, bessere Druckqualität oder einfache Systempflege geht.

KI-Zusammenfassung

Compare BTT Pad 7 and Creality Sonic Pad for Klipper touchscreens. Learn which offers open firmware, faster updates, and plugin support at a lower price.

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