Ende Juli 2025 endete ein fünfjähriges Projekt der australischen Wettbewerbsbehörde ACCC, das die Breitbandqualität im Land messen sollte. Doch statt einer routinemäßigen Auswertung folgte eine überraschende Anweisung: Alle Freiwilligen, die im Rahmen des Measuring Broadband Australia-Programms Router von SamKnows erhalten hatten, sollten ihre Geräte sofort entsorgen – obwohl die Hardware einwandfrei arbeitete.
Ein Programm mit unerwartetem Ende
Das Measuring Broadband Australia-Projekt startete 2020 als Initiative der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde ACCC. Ziel war es, die tatsächliche Leistung von Breitbandanschlüssen in Privathaushalten objektiv zu bewerten. Dazu wurden rund 2.500 Haushalte mit speziellen Testroutern ausgestattet, die kontinuierlich Datenverkehr analysierten und Messwerte an australische Server übermittelten. Die Geräte stammten von SamKnows, einem britischen Unternehmen, das auf Netzwerkanalysen spezialisiert ist.
Laut dem Abschlussbericht der ACCC sollten die Router vor allem die Performance von NBN-Anschlüssen evaluieren – dem staatlich geförderten Glasfaser- und Kupfernetz Australiens. Doch obwohl die Hardware über Jahre hinweg zuverlässig Daten sammelte, erklärte die Behörde die Geräte nun für unbrauchbar. Die Begründung: Ein Verstoß gegen Nutzungsbedingungen, der erst nach Abschluss des Programms bekannt wurde.
Warum funktionierende Hardware entsorgt werden muss
Die Anweisung der ACCC sorgte bei den betroffenen Freiwilligen für Verwirrung. Schließlich hatten die Router über den gesamten Programmzeitraum hinweg fehlerfrei gearbeitet. Doch die Behörde verwies auf eine vertragliche Klausel, die die Nutzung der Geräte ausschließlich für das Messprogramm vorsah. Eine Weiternutzung – selbst für private Zwecke – sei damit ausgeschlossen.
Ein Sprecher der ACCC bestätigte gegenüber Medien, dass die Router zwar technisch einwandfrei seien, aber aus rechtlichen Gründen nicht mehr betrieben werden dürfen. Die Behörde habe sich nach sorgfältiger Prüfung für die Rückgabe und Entsorgung entschieden, um mögliche Haftungsrisiken auszuschließen. Die Freiwilligen erhielten keine Alternative zur Entsorgung, obwohl die Geräte einen Marktwert von etwa 200 bis 300 australischen Dollar pro Stück hätten.
Reaktionen und rechtliche Grauzonen
Die Entscheidung löste Kritik aus. Einige Teilnehmer des Programms argumentieren, dass die Router nun sinnlos verschrottet würden, obwohl sie sich für den Weiterbetrieb eigneten. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die ACCC zwar vertraglich im Recht sei, die Maßnahme aber ethisch fragwürdig erscheine. Schließlich hätten die Freiwilligen die Geräte über Jahre hinweg unentgeltlich für ein öffentliches Projekt zur Verfügung gestellt.
Die australische Verbraucherorganisation CHOICE forderte die Behörde auf, nach Lösungen zu suchen, die eine Weitergabe der Hardware ermöglichen. Eine Sprecherin erklärte: „Es ist bedauerlich, dass funktionierende Technik einfach entsorgt werden soll, nur weil ein Vertrag dies vorsieht. Hier wäre eine pragmatische Lösung im Sinne der Nachhaltigkeit wünschenswert gewesen.“
Was kommt als Nächstes?
Die ACCC hat angekündigt, in den kommenden Wochen mit den Freiwilligen über die Rücknahme der Router zu sprechen. Ob eine Ausnahmegenehmigung für Privatnutzer erteilt wird, bleibt jedoch ungewiss. Für die betroffenen Haushalte bedeutet dies vorerst, dass sie ihre Geräte entsorgen müssen – es sei denn, sie finden eine legale Möglichkeit, die Hardware weiterzuverwenden.
Das Programm Measuring Broadband Australia selbst wird nicht fortgesetzt. Die gesammelten Daten sollen jedoch weiterhin für politische Entscheidungen zur Breitbandversorgung genutzt werden. Die Diskussion um die Entsorgung der Router zeigt dabei einmal mehr, wie komplex die Balance zwischen regulatorischen Vorgaben und praktischen Erwägungen sein kann.
KI-Zusammenfassung
Avustralya hükümeti, geniş bant performansını ölçmek için dağıttığı binlerce yönlendiriciyi neden toplatıyor? Programın sona ermesiyle birlikte cihazların kaderi ne olacak?